Homeschooling denn Eventualität? | Karben

Beim Hessischen Schülerzeitungswettbewerb wird das Engagement und der Einsatz von Schülerzeitungsredaktionen gewürdigt. Die Karbener Kurt-Schumacher-Schule hat bei ihrer zweiten Teilnahme wieder gewonnen. Der hier in etwas bearbeiteter Version zu lesende Artikel von Matti Klein ist mit dem Sonderpreis »Bildung« ausgezeichnet worden.

Weil sich das Coronavirus auf der ganzen Welt rasant ausgebreitet hat, mussten wir ab Mitte März 2020 bis fast zu den Sommerferien sowie erneut von Weihnachten 2020 bis Mai 2021 von zu Hause aus arbeiten und lernen. Der Präsenzunterricht fiel aus. Das gab es noch nie und ist damit für alle neu gewesen. Die Hausschule ist für viele von uns eine große Umstellung und Herausforderung, zugleich auch eine Chance, sich weiterzuentwickeln und vorhandene Stärken zu festigen. Die Online-Schule habe durchaus positive Aspekte:

Wir haben sehr schnell gelernt mit dem Computer umzugehen: E-Mails schreiben, Videokonferenzen, Lernplattformen; Lernmodule und chatten mit Lehrerinnen und Mitschülerinnen gehören nun zu unserem Alltag. Ein Hoch auf die Digitalisierung.

Es ist mehr Zeit geblieben , um kreativ zu sein, um sie mit der Familie zu verbringen.

Das frühe Aufstehen ist weggefallen. Man konnte sich den Tag eigenständig einteilen.

Wir haben uns und andere geschützt.

Man hat gelernt, eigenständig zu arbeiten und sich selbst und den Tag zu strukturieren.

Ruhiges und konzentriertes Lernen ist möglich gewesen. Der Lärmpegel war gleich null.

Das Homeschooling brachte aber auch einige negative Dinge mit sich:

Es ist relativ schwer sich schnell und unkompliziert zu verständigen. Rückfragen in Echtzeit wie im Unterricht sind fast nicht möglich gewesen.

Besonders haben mir die sozialen Kontakte also sprich meine Freunde und Freundinnen sowie die Lehrer und Lehrerinnen gefehlt. Es geht doch nichts über einen guten Witz oder ein dummes Gesicht zwischendurch.

Zudem hatte nicht jeder einen Computer, eine Kamera oder einen Drucker, was ein Ungleichgewicht beziehungsweise eine Benachteiligung zwischen den Kindern hergestellt hat.

Die Zeit des Homeschoolings war für mich im Rückblick eine ungewöhnliche Zeit, an die ich mich wohl immer erinnern werde. Trotz aller Widrigkeiten haben wir diese Monate als Klasse sehr gut gemeistert: Nicht zuletzt auch mit unserer Online-Plattform und dem Einsatz unserer Lehrerinnen und Lehrer. Ich war positiv überrascht, wie gut doch alles funktioniert hat.

Ich habe mich unendlich gefreut, nach den Sommerferien wieder in die Schule gehen zu können. Ich möchte den sozialen Kontakt einfach nicht missen. Meine Freunde und Freundinnen und Lehrer und Lehrerinnen jeden Tag zu sehen und mich mit ihnen austauschen zu können, ist für mich nun sehr wertvoll geworden. Dies wusste man vorher nicht zu schätzen. Daher hoffe ich, dass das Leben mit Corona bald ein Ende findet und die Normalität wieder zurückkehrt. Da fällt mir ein: Meine Maske muss auch schon wieder gewaschen werden. Oh Mann. Immerhin haben wir wieder genug Klopapier.

Seit mehr als zehn Jahren gibt es den Hessischen Schülerzeitungswettbewerb der Jugendpresse Hessen, der vom Kultusministerium unterstützt wird. »Erneut ist ein Artikel der Karbener SchülerInnenzeitung »eKSStrablatt« ausgezeichnet worden«, teilt Schulleiterin Ursula Hebel-Zipper von der Kurt-Schumacher-Schule mit. Der nebenstehende Artikel von Matti Klein aus der Klasse 7dG »Homeschooling als Chance?« ist in der Sonderkategorie »Bildung« ausgezeichnet worden. Dazu reiste der junge Autor am Reformationstag ins Darmstädter Literaturhaus, wo er die Ehrung für seinen Artikel entgegengenommen hat. Der Sonderpreis »Bildung« wurde vom Hessischen Kultusministerium verliehen. Die Auszeichnung ist mit 300 Euro dotiert.

»Im zweiten Jahr in Folge wurden damit ein Artikel der Schüler/innen-Zeitung »eKSStrablatt« in Sonderkategorien beim Hessischen Schülerzeitungswettbewerb geehrt«, freut sich die Schulleiterin. Matti Klein sei seit dem Schuljahr 2019/20 Teil der Schülerzeitungs-AG. »Er ist an der Ausgestaltung der AG und der bisherigen Ausgaben beteiligt gewesen.« In seinem prämierten Text, der in der zweiten Ausgabe der Schüler/innen-Zeitung im Februar 2021 erschien ist, habe er das Thema Homeschoolings aus Schüler/innen Perspektive aufgegriffen. »Er setzt sich kritisch sowie mit Wortwitz mit den Vor- und Nachteilen des digitalen Distanzunterrichts auseinander«, lobt Schulleiterin Hebel-Zipper. Sie wirbt für eine Mitarbeit in der Redaktion des »eKSStrablatt«.

Wer Lust habe Artikel zu schreiben und andere Menschen zu interviewen, vielfach interessiert ist, könne sich der Arbeitsgemeinschaft anschließen. Die Redaktionssitzungen sind immer mittwochs in der achten und neunten Stunde. red

Matti Klein ist für seinen Beitrag in der Schülerzeitung ausgezeichnet worden.

© PV

Berlin Ernachrichten