Hochzeit: Neustrelitzer Standesamt hat trotz Corona gut zu tun

Heiraten kommt trotz Pandemie nicht aus der Mode. Im Jahr 2021 sind im Standesamt Neustrelitz nach Angaben aus dem Rathaus 191 Ehen geschlossen worden. 2020 hätten sich 183 Paare das Ja-Wort gegeben und 2019 hätten sich 195 Paare getraut. So groß sind die Unterschiede also nicht. Und nun geht es ums nächste Jahr: „Seit dem 20. September 2021 können bei uns die Paare einen Termin für das Jahr 2022 reservieren“, sagt Lutz Pietschmann vom Standesamt Neustrelitz.

Lesen Sie auch: Braut reitet auf Pferd zu ihrer Märchenhochzeit

Beliebte Daten

Die Paare nehmen nach den Erfahrungen der Standesbeamten gerne Daten, die von der Zahlenreihenfolge her interessant sind oder auch Tage, mit denen sie etwas Persönliches in Verbindung bringen, wie der Kennenlerntag oder der Geburtstag. Der 12. November 21 beispielsweise sei beliebt gewesen, da das Datum vor- und rückwärts gelesen werden könne, heißt es aus dem Standesamt Neustrelitz.

Im Jahr 2021 seien der Juli, der August und der September die Monate gewesen, in denen viele Ehen geschlossen wurden. Das begehrteste Datum im Juli sei der 31., im August ebenfalls der 31. und im September der 27. gewesen. Auf Platz 1 sei der 21. August 2021 mit fünf Eheschließungen gelandet. Es gebe mehrere Tage mit vier Eheschließungen, zum Beispiel Freitag, der 13. August 2021 und der 12. November 2021, so Pietschmann.

Standesamt im alten Jahr heute noch erreichbar

Die letzte Eheschließung für das Jahr 2021 habe am 28. Dezember 2021 um 15.30 Uhr stattgefunden. Insgesamt habe es 16 Trauungen im Dezember gegeben. „Das Standesamt ist bis zum 30. Dezember 2021 16 Uhr besetzt. Und ab dem 3. Januar 2022 sind wir dann im neuen Jahr wieder erreichbar“, sagt Pietschmann.

Eine Statistik über das Alter der Paare und ob es die erste Hochzeit für ein Paar ist, werde nicht geführt. Im zurückliegenden Jahr hätte es aber acht Eheschließungen mit Migrationshintergrund gegeben. Unter anderem seien russische, ecuadorianische, honduranische, australische und ukrainische Staatsangehörige beteiligt gewesen. Für den Standesbeamten sei jede Eheschließung berührend und mit Emotionen verbunden. Gelegentlich gäbe es allerdings auch Pannen, wie das Vergessen eines Personalausweises oder des Brautstraußes.

Ella, Mia, Emil und Leon gehören zu den Favoriten

Das Neustrelitzer Standesamt hat es indes nicht nur mit Hochzeiten, sondern auch mit Geburten zu tun. So seien im zu Ende gehenden Jahr bisher 278 Geburten, davon 140 Mädchen, beurkundet worden. Die beliebtesten Mädchennamen waren dabei Ella, Finja, Johanna, Mia und Mila. Diese seien jeweils drei Mal vergeben worden. Jeweils zwei Mal seien unter anderem Charlotte, Clara, Gerda, Merle, Elli, Ronja und Emma die Wunschnamen gewesen.

Bei den Jungennamen lägen Emil, Leon, Leonard, Liam, Malte und Otto ganz vorne. Jeweils drei Mal seien diese von den Eltern ausgesucht worden. Jonas, Ludwig, Fabio, Bruno, Max und einige weitere Namen wurden jeweils zwei Mal vergeben. Zudem habe es 40 Geburten mit Migrationshintergrund im Jahr 2021 gegeben. Unter anderem seien syrische, polnische, afghanische, ghanaische und isländische Staatsangehörige beteiligt gewesen, berichtet Pietschmann. Im Jahr 2020 habe es ähnlich viele Geburten gegeben wie 2021. 279 Geburtsurkunden seien ausgestellt worden. 2019 seien es nur 155 Geburten gewesen. Der geringe Wert ergebe sich daraus, dass die Geburtenstation im Krankenhaus Neustrelitz seinerzeit über den Sommer geschlossen gewesen sei.

Leichter Anstieg bei Sterberate

Bei Todesfällen werden im Standesamt Neustrelitz auch Sterbeurkunden ausgestellt, in diesem Jahr waren es bisher 603. Die Sterbefälle wurden zu über 90 Prozent von Krankenhäusern, Hospizen und Altenheimen sowie von den Bestattungshäusern angezeigt. Ein direkter Kontakt zu Angehörigen bestehe daher kaum. „Aber wir wissen, dass hinter jedem Sterbefall auch trauernde Menschen stehen, und bearbeiten diese Fälle dementsprechend“, erklärt Lutz Pietschmann. Über das Durchschnittsalter könne keine Angabe gemacht werden, da darüber keine Statistik im Standesamt geführt werde. Bei der Sterberate 2021 gebe es einen leichten Anstieg. 571 Sterbefälle seien 2020 verzeichnet worden. 2019 seien es 585 Todesfälle gewesen.