Heimische Wirtschaft startet heute vorsichtig optimistisch ins Weihnachtsgeschäft

Der Handel freut sich darauf, ins verlängerte Einkaufswochenende zu starten. © dglimages-stock.adobe.com

Ob Handel oder Gastronomie – die heimische Wirtschaft macht Freudensprünge über die heutige Öffnung sämtlicher Bereiche. Während die Wirte froh sind „überhaupt aufsperren zu können“, wie der oberösterreichische Wirtesprecher Thomas Mayr-Stockinger im VOLKSBLATT-Gespräch erzählt, erwartet der Handel „den großen Run“ kommendes Wochenende. Damit aber das Einkaufsvergnügen sicher über die Bühne geht, appellieren LH Thomas Stelzer und LH-Stv. Christine Haberlander dringend: „Halten Sie bitte die Schutzmaßnahmen weiter ein und gehen Sie bitte zur Impfung! Jede und jeder hat es selbst in der Hand, ob diese Öffnung auch Hoffnung bedeutet oder ob eine erneute Notbremse notwendig sein wird, um die Krankenhäuser vor Überlastung zu schützen“. Auch der Welser Stadtsenat fordert die Gewerbetreibenden dazu auf, die 2G-Regel tatsächlich auch zu kontrollieren.

Die Stimmung ist gut. Wir gehen davon aus, dass nicht so viele online abgewandert sind“, hieß es am Donnerstag von der Branchenvertretung in der Wirtschaftskammer Oberösterreich.

Verlorenes aufholen

Nicht nur, dass der letzte Samstag vor Weihnachten „zu den stärksten Einkaufstagen“ gehöre, sondern man erhoffe sich auch „soweit möglich“ Verlorenes aufzuholen. Zudem rechnet man damit, dass viele Landsleute Gutscheine für regionale Händler gekauft haben, die mit der kommunizierten „Cashback-Aktion“ angepriesen wurden. Die zusätzliche Aktion „Shop & Win“ des Landes Oberösterreich, wo bis zu 10.000 Rechnungen übernommen werden, soll das Geschäft noch anheizen. Bei den Händlern selbst fällt die Stimmung einstweilen sehr gemischt aus. So erhofft sich etwa StandArt-Schmuckhändler Karl Reischl mit einem „blauen Auge davonzukommen“. „Ich hoffe, dass die Herren noch kommen und ordentlich zuschlagen“, betont Reischl im VOLKSBLATT-Gespräch. Beim Modehändler Kutsam ist man durchaus optimistischer. „Wir gehen davon aus, dass wir normale Umsätze haben“, so Johannes Behr-Kutsam, Geschäftsführer des Modehauses. Man habe Produkte im Angebot, die „jetzt nachgefragt“ seien. „Wir leben total im Moment“, fügte Kutsam über Aufholeffekte hinzu, auch in Anbetracht der 2G-Regel sowie der Angst vor Omikron.

Gemischte Auslastung

Ähnlich gedeckt ist auch der Tisch bei den heimischen Wirten. Trotz pessimistischer Einstellung hinsichtlich den Umsätzen hofft der oö. Wirtesprecher Mayr-Stockinger, dass die „2G-Regel die Gäste nicht so sehr abschreckt“. Zudem liegt Mayr-Stockinger die Verlängerung der fünfprozentigen Umsatzsteuerregelung für Getränke, Speisen und Nächtigungen am Herzen. Wie kürzlich berichtet will die Branche außerdem vor allem zu Silvester „praxisgerechte Öffnungen, da ansonsten die Neujahrsfeier wieder ins Private verlegt wird“. Die großen Weihnachtsfeiern fielen durch den Lockdown ohnehin flach, wenn dann werde eher „im kleinen Rahmen“ gefeiert, wie auch Margot Koll, Chefin beim Linzer Gasthaus Lehner im VOLKSBLATT-Gespräch bestätigt. „Die Resonanz der Gäste ist aber da“, wie sie ergänzt. Diese falle dennoch sehr unterschiedlich aus. Während etwa die einen eine „sehr verhaltene“ Anzahl von Reservierungen aufweisen, sind andere bis auf den letzten Sitzplatz ausgebucht, wie etwa das La Madrina oder das Izakaya. „Wir hoffen schon auf einen kleinen Ansturm”, hieß es vom kürzlich eröffneten Restaurant La Madrina. Dazu habe man sogar die Speisekarte etwas adaptiert. ika