Grindr teilt Datenmaterial mit Werbepartnern – und muss Millionenstrafe bezahlen

Publiziert16. Dezember 2021, 17:15

Ganze 6,4 Millionen Euro muss die Dating-Plattform in Norwegen bezahlen. Sie habe die Privatsphäre ihrer Nutzerinnen und Nutzer verletzt.

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Grindr ist eine Dating-App für homosexuelle, bisexuelle, trans und queere Menschen.

REUTERS

In Norwegen muss das Unternehmen nun eine hohe Strafe bezahlen.

imago images/Ritzau ScanpixDiese beläuft sich auf 6,4 Millionen Euro.

Diese beläuft sich auf 6,4 Millionen Euro.

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  • Grindr muss in Norwegen eine Millionenstrafe bezahlen.

  • Grund sind Verstösse gegen die Datenschutzbestimmungen.

  • So hat Grindr private Informationen von Nutzerinnen und Nutzern mit Werbepartnern geteilt, ohne dafür eine Einwilligung einzuholen.

  • Unter den Daten befinden sich Informationen zum Standort, der IP-Adresse und dem Alter der Nutzerinnen und Nutzer.

Norwegens Datenschutzaufsichtsbehörde bittet die Dating-App Grindr wegen Verstössen gegen Datenschutzbestimmungen mit einer Strafe in Höhe von umgerechnet rund 6,4 Millionen Euro zur Kasse. Die norwegische Behörde teilte mit, sie habe Grindr mit der bislang höchsten von ihr verhängten Strafe belegt, weil das Unternehmen mit Sitz im US-Staat Kalifornien gegen die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstossen habe, indem es sensible persönliche Nutzerdaten mit Hunderten potenziellen Werbepartnern teilte, ohne dafür die Einwilligung der Nutzerinnen und Nutzer einzuholen.

Norwegen ist kein EU-Mitglied, die DSGVO gilt jedoch im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Im Jahr 2020 hatte der norwegische Verbraucherrat Beschwerde gegen Grindr eingelegt, weil Informationen über die Nutzerinnen und Nutzer der App, darunter etwa GPS-Standorte, IP-Adressen und Altersangaben, Drittparteien gegenüber zu Marketingzwecken offengelegt wurden. Dies machte es möglich, die Nutzerinnen und Nutzer der App zu identifizieren und die persönlichen Nutzerangaben weiter zu teilen.

«Nicht ordnungsgemäss»

Die Datenschutzaufsichtsbehörde erklärte, Nutzerinnen und Nutzer seien gezwungen gewesen, die Datenschutzrichtlinie in Gänze zu akzeptieren, um die App zu nutzen. Sie seien nicht spezifisch gefragt worden, ob sie es erlaubten, dass ihre Daten mit Drittparteien zum Zwecke personalisierter Werbung geteilt werden. «Ausserdem wurden die Informationen über die Weitergabe personenbezogener Daten den Nutzerinnen und Nutzern nicht ordnungsgemäss mitgeteilt», hiess es. Grindr reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Der Direktor für Digitalpolitik beim norwegischen Verbraucherrat, Finn Myrstad, erklärte, die Entscheidung der Datenschützer «sendet ein starkes Signal an alle Unternehmen, die an der kommerziellen Überwachung beteiligt sind».

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(dpa/doz)