Gelsenkirchener (18, 19) eröffnen Sex – und liefern Karacho

Gelsenkirchen/Essen. 
Zwei jungen Gelsenkirchenern wird Vergewaltigung, Körperverletzung und schwerer Raub vorgeworfen. Die Taten spielten sich in der Schwulenszene ab.

Sie boten Sex und gaben Gewalt, um das Geld ihrer Opfer zu rauben. Diesen Vorwurf erhebt die Staatsanwaltschaft gegen zwei Gelsenkirchener, 18 und 19 Jahre alt. Seit Dienstag müssen sie sich vor der V. Jugendstrafkammer am Essener Landgericht verantworten.

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Die Anklage lautet auf Vergewaltigung, gefährliche Körperverletzung und schweren Raub. Ihre Taten sollen sich in der Schwulenszene abgespielt haben. Vielleicht hofften die im Gelsenkirchener Stadtteil Bulmke-Hüllen lebenden Angeklagten, dass es den Opfern zu peinlich war, zur Polizei zu gehen.

Mit vorgehaltenem Messer bedroht: Gelsenkirchener ließen „Nein“ nicht gelten

Die laut Anklage erste Tat ist zugleich die schwerwiegendste der insgesamt drei Delikte. Der 19-Jährige soll sich am 2. April 2021 in einem Internetforum mit einem Mann verabredet haben. Es ging um Sex. Der 19-Jährige fragte den Mann noch, ob er seinen Cousin, tatsächlich seinen Mitangeklagten, mitbringen dürfe. Doch er lehnte das ab.

Um 18.30 Uhr stand er vor der Tür seines künftigen Opfers. An seiner Seite, so die Anklage, der angebliche Cousin. Nach dem Öffnen der Türe betonte der Mann sofort, dass er dies nicht wolle, sie sollten sofort gehen. Doch das berührte sie nicht weiter. Sie sollen ihm das Handy aus der Hand gerissen und ihn mit vorgehaltenem Messer in seine Wohnung gedrängt haben. Dort habe er den ersten Faustschlag ins Gesicht erhalten

Prozess um Gelsenkirchener: Auf Beschimpfungen folgte sexuelle Gewalt

Sie sollen so heftig auf ihn eingetreten haben, dass er zu Boden ging. Dort erwarteten ihn weitere Tritte gegen Rücken und Rippen. Schließlich schleppten sie ihn ins Bett und zogen ihn komplett aus.

Die Gewalt ging weiter, ist der Anklage zu entnehmen. Der Ältere soll den Mann in den Schwitzkasten genommen und gewürgt haben, während der Jüngere die Wohnung nach lohnender Beute durchsucht habe. Sie hätten ihn als „Schwuchtel“ und „Missgeburt“ beschimpft, führten Gegenstände in seinen Körper ein. Schließlich hätten sie die Wohnung mit 195 Euro Beute und Zigaretten verlassen. Nicht ohne ihm vorher zu drohen, falls er die Polizei informiere, werde er schon sehen, was passiere.

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Am 27. Mai kam es zum nächsten Fall der Anklage. Diesmal soll der 18-Jährige den Kontakt zu einem Mann aufgenommen und Sex angeboten haben. Erneut gingen beide um vier Uhr morgens zum Treffpunkt, hatten laut Anklage ein Messer dabei.

18-jähriger Angeklagter aus Gelsenkirchen findet „keine Erklärung für sein Verhalten“

Diesmal sollen sie zwar erneut Geld gefordert haben. Sie hätten den Mann aber auch als Kinderschänder beschimpft. Als er versuchte, die Polizei einzuschalten, soll der Jüngere auch in seine Richtung gestochen haben. Erst als eine Frau aus einer umliegenden Wohnung rief, sie werde die Polizei holen, rannten die Angeklagten weg.

Am 30. Mai die nächste Tat: Sie sollen einen weiteren Mann in einen Kellerraum eingesperrt und die Tür verschlossen haben. Wieder forderten sie Geld. Doch ihr Opfer ließ sich nicht einschüchtern und wollte die Polizei rufen. Da hätten sie ihn mehrfach geschlagen, bevor sie die Flucht ergriffen.

Vor Gericht räumten sie die Taten im Grunde ein. Für den 18-Jährigen spricht Verteidiger Jan Czopka: „Er schämt sich, findet heute keine Erklärung für sein Verhalten.“ Fünf Tage hat die Kammer angesetzt.

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