Geht’s noch? – Umweltbundesamt will höheren Sprit-Preis – Wirtschaft

Der Benzinpreis hat in der laufenden Woche den vorerst höchsten Stand des Jahres erreicht.

Laut ADAC wurden an der Zapfsäule für einen Liter E10 im Bundesdurchschnitt 1,68 Euro fällig. Im Vergleich zur Vorwoche entspricht dies einem Preiszuwachs von 0,5 Cent. Der Preis für Diesel stieg im gleichen Zeitraum etwas moderater um 0,1 Cent und erreichte im Schnitt 1,565 Euro pro Liter.

Das Umweltbundesamt meint: Die Spritpreise sind noch nicht hoch genug! Geht’s noch?

Die Regierungsbehörde hat sich für einschneidende Maßnahmen ausgesprochen, damit die Klimaziele im Verkehrsbereich erreicht werden können: höhere Spritpreise, Abschaffung der Pendlerpauschale, massiver Ausbau von Bussen und Bahnen, Tempolimit, Pkw-Maut. Der CO2-Preis sollte demnach ab 2022 im Vergleich zur bisherigen Planung mindestens verdoppelt werden. Das würde deutlich steigende Benzin- und Dieselpreise bedeuten. Im Gegenzug will das Bundesamt einen sozialen Ausgleich.

„Der Verkehr steuert beim Klimaschutz in die falsche Richtung“, sagte der Präsident des Umweltbundesamts, Dirk Messner, der Deutschen Presse-Agentur. „Ohne massive Anstrengungen auch dort wird es insgesamt nichts mit dem Klimaschutz.“ Es seien im Verkehrssektor viel wirkungsvollere Maßnahmen notwendig.

„Auch wenn die Spritpreise derzeit sehr hoch sind, sagen die Preise für Benzin und Diesel nicht die ökologische Wahrheit“, so Messner.

„Aus Klima- und Umweltschutzsicht ist es sinnvoll, den CO2-Preis weiter zu erhöhen. Und das ist auch sozialverträglich möglich, wenn der Staat die zusätzlichen Einnahmen aus der CO2-Bepreisung nutzt, um die EEG-Umlage deutlich zu senken und gleichzeitig klimaverträgliche Antriebstechnologien zu fördern.“

Der Autofahrerclub ADAC hat Vorschläge des Umweltbundesamtes für mehr Klimaschutz im Verkehr scharf kritisiert. Durch einen ständigen „Überbietungswettbewerb“ würde die Akzeptanz für Klimaschutzmaßnahmen gefährdet, sagte ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand am Donnerstag.

„Wenn politische Beschlüsse nicht zuverlässig sind, sondern bereits vor ihrer Wirksamkeit verschärfend korrigiert werden, sinkt das Vertrauen der Bevölkerung massiv.“ Für den Verkehrsbereich seien erst vor wenigen Monaten Maßnahmen beschlossen worden, die unter anderem zu einer CO2-Verteuerung führten.

Berlin Ernachrichten