Game of Thrones-Star kritisiert katastrophale Sex-Szenen am Set

Die Fantasy-Serie Game of Thrones war zu ihrem Start im Jahr 2011 in vielerlei Hinsicht ein Sonderfall. Das Ausmaß der Actionszenen war gewaltig, ebenso der erzählerische Maßstab und das Budget. Die Produktion des Premium-Senders HBO hob sich durch ein weiteres Merkmal von den meisten anderen Serien ab: Viel Sex und Nacktheit. Der Witz “It’s not Porn, it’s HBO” (“Es ist kein Porno, es ist HBO”) entstand.

Sex-Szenen: Neue Berichte über schlimme Umstände am Game of Thrones-Set

Trugen die Showrunner David Benioff und D.B. Weiss Sorge dafür, dass sich die Beteiligten der vielen erotischen Szenen in diesen intimen Momenten sicher fühlten? Nein, und das ist nichts Neues.

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Daenerys-Darstellerin Emilia Clarke, die in der frühen Phase der Serie etliche Nacktszenen bestritt, erklärte im GoT-Sachbuch Feuer kann einen Drachen nicht töten *, dass sie sich am Set unwohl gefühlt habe. Aus Unerfahrenheit und Verzweiflung ließ sie vieles über sich ergehen, um später “im Badezimmer zu weinen”.

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Was Emilia Clarke berichtete, klingt schrecklich. Ein neues Interview des Guardian  (Zitate via AV Club ) mit Yara Greyjoy-Darstellerin Gemma Whelan wirft nun neues Licht auf die Rauheit, mit der die GoT-Verantwortlichen die Sex- und Nacktszenen betreuten. Oder eher: Nicht betreuten.

Sie sagten, ‘Wenn wir Action rufen, legt los!’, und es konnte zu einem irgendwie rasenden Durcheinander werden.

© HBO

Gemma Whelan als Yara

Es habe eine Szene in einem Bordell mit ihrer Figur gegeben, die Whelan beispielhaft für die Sorglosigkeit am Set anführt.

[…] und sie war derart entblößt, dass wir darüber redeten, wie die Kamera positioniert sein sollte und was sie mit sich machen lassen wollte. Ein Regisseur sagte wohl etwas wie, ‘Bisschen Busen-Beißen, dann hau ihr auf den Po und los geht’s!’. Aber ich habe das immer mit der anderen Schauspieler:in durchgesprochen.

Die Game of Thrones-Darsteller:innen waren sich in diesen Situationen scheinbar selbst überlassen. Dass es nicht zu schlimmeren (bekannten) Vorfällen kam, liegt daran, dass sich Schauspieler wie Alfie Allen (Theon Greyjoy) vor intimen Szenen wiederum bei Gemma Whelan erkundigten, was sie persönlich zulassen wollte.

Alfie Allen hat gefragt, ‘Ist das okay?’ Wie sollen wir das richtig machen?’

Die beteiligten Personen mussten also eigenständig rote Linien aushandeln, was immer zu Missverständnissen und peinlichen, mitunter traumatisierenden Situationen führen kann. Dass solche Szenen nach einer unabhängigen Kontrollinstanz verlangen, verstanden die Game of Thrones-Verantwortlichen und die übrige Film- und Serienwelt erst später.

Schlimme Sex-Szenen bei Game of Thrones: Wie konnte es dazu kommen und was wurde später geändert?

Zu Beginn der Serie gewichteten die Showrunner Benioff und Weiss Effizienz über Einfühlsamkeit. Das Budget war immer auf Kante genäht. An Intimitätskoordinator:innen dachte damals niemand. Aber dieser Beruf macht einen gewaltigen Unterschied aus, sagt auch Whelan: “Mit Intimitätskoordinator:innen wird es zu einer Choreographie. Du bewegst dich hierhin, ich gehe dahin. Vor dem Start wird die Erlaubnis erteilt und das Einverständnis gegeben. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung.”Empfohlener redaktioneller Inhalt

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Anders ausgedrückt: Intimitätskoordinator:innen geben den Darsteller:innen die Sicherheit und Professionalität, die Game of Thrones damals bei weitem nicht bieten konnte. Weiss und Benioff waren zu Beginn mit allem überfordert, nicht nur mit Sex-Szenen.

GoT führte in den späteren Staffeln als eine der ersten größeren Serien Intimitätskoordinator:innen ein, die die Nackt- und Sexszenen professionell planten, mit den Darsteller:innen abstimmten und beaufsichtigten. Heute ist dieses Aufgabengebiet an einem Filmset so selbstverständlich wie eine professionelle Stunt-Organisation.

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