Für jedes eine saubere Energiezukunft muss die Photovoltaik-Technologie kombinieren großen Mitgliedsbeitrag leisten

NUSSBACH. Walter Stockinger aus Nußbach ist Elektromechaniker für Schwachstrom und Leiter des technischen Produktmanagements in der Forschung und Entwicklung bei Fronius. Tips stellte dem Energie-Experten ein paar Fragen.

Tips:Wie lange arbeiten Sie schon bei Fronius?

Walter Stockinger: Ich bin seit 31 Jahren Teil des Unternehmens und war bereits beim Start des Geschäftsbereichs Solar Energy Anfang der 90er Jahre mit dabei.

Tips:Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?

Stockinger: Die Kombination aus modernen, neuartigen Technologien mit einem hoch sinnstiftenden Themengebiet, das unsere Welt und Umwelt positiv beeinflusst.

Tips:An welchen Projekten arbeiten Sie derzeit bei Fronius?

Stockinger: Das Herzstück einer jeden Photovoltaikanlage ist der Wechselrichter. Er wandelt Gleich- in Wechselspannung um und stellt das Verbindungselement zwischen den Modulen am Dach und dem öffentlichen Netz dar. Wir arbeiten laufend an der Neu- und Weiterentwicklung unserer Wechselrichter – für einen noch höheren Installationskomfort, noch mehr Effizienz, noch umweltfreundlichere Materialien. Einen starken Fokus legen wir darüber hinaus auf Gesamtsysteme und bieten beispielsweise eine Lösung zur Warmwasseraufbereitung aus Sonnenstrom sowie eine Wallbox zum Laden von E-Autos an.

Tips:Wie sieht es aktuell und in Zukunft im Bereich „Solar Energy“ aus?

Stockinger: Wenn wir den Klimawandel ernst nehmen und den Schritt in eine saubere Energiezukunft schaffen wollen, wird die Photovoltaik-Technologie einen sehr großen Beitrag leisten müssen. Aktuell nutzen wir die Sonnenenergie vorwiegend für den klassischen Stromverbrauch, also für elektrische Geräte und Verbraucher. Der Großteil unseres Energieverbrauchs ist aber in anderen Bereichen wie der Wärmeerzeugung, der Mobilität und vor allem in industriellen Prozessen zu verorten. Hier liegen die Herausforderungen bei der Umstellung auf erneuerbare Energien. Die Photovoltaik alleine wird den gesamten Energiewandel aber nicht schaffen. Es braucht die Verknüpfung von mehreren erneuerbaren Energieerzeugungs- und Umwandlungstechnologien. Da spielen auch Windenergie, Wasserkraft sowie viele weitere Speichertechnologien wie Batterien, Wasserstoff etc. eine zentrale Rolle.

Tips:Warum haben Sie sich auch privat für eine Photovoltaikanlage entschieden? Welche Vorteile und Möglichkeiten bietet sie und wie zufrieden sind Sie?

Stockinger: Tätig in dieser Branche und überzeugt von dieser Technologie war es für mich klar eine Photovoltaikanlage zu errichten und davon zu profitieren – nicht zuletzt, weil ich wertvolle Praxiserfahrung sammle. Eine PV-Anlage ist mit einer Lebensdauer von weit über 20 Jahren längst hoch rentabel und somit eine langfristige Investition. Und ganz abgesehen davon, tut man der Umwelt etwas Gutes. Geht es um die Anschaffung einer eigenen Anlage, so weiß ich aus eigener Erfahrung, dass die Überzeugungsarbeit bei Freunden, Verwandten und Bekannten oftmals etwas Zeit benötigt. Ist die Investition aber erst einmal getätigt, hat es bislang noch keiner bereut. Es macht doch ein wenig stolz, wenn man den eigenen, sauber erzeugten Strom nutzen kann.

Tips:Wie weit sind die Entwicklungen in puncto Energiespeicher? Welche Möglichkeiten gibt es schon und woran wird gearbeitet?

Stockinger: Die Batterietechnologien laufen in hoher Geschwindigkeit voran, der Innovationszyklus wird enger. Heute bekommt man eine 10 kWh Batterie um unter 5.000 Euro, das war vor ein paar Jahren undenkbar. Damit kann man in einem Einfamilienhaus die Nacht bzw. auch ein paar schlechtere Sonnentage gut überbrücken und den Eigenverbrauch enorm steigern. Das spart Geld und bietet gleichzeitig weitere Vorteile wie zum Beispiel die Notstromfunktion bei einem Stromausfall. Die Kapazitäten werden in den nächsten Jahren weiter ansteigen, der Preis sinken. Und auch im Bereich der Kompaktheit wird sich noch einiges tun, getrieben vom Bedarf der Automobilindustrie, da hier Gewicht und hohe Kapazitätsdichte eine wichtige Rolle spielen. Davon profitiert dann wiederum der stationäre Bereich für Heimspeicher.

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