Frankfurt an der Oder: Gefahren beim Online-Dating | Frankfurt an der Oder

  • VonHelen Schindler

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In Frankfurt mehren sich Fälle von sexuellen Übergriffen im Zuge von Online-Dating. Die Beratungsstelle Frauennotruf Frankfurt gibt Tipps, wie Frauen sich schützen können.

Laut einer aktuellen Erhebung der Online-Partnervermittlung Elite-Partner hat sich jedes dritte Paar, das zwischen einem und fünf Jahren liiert ist, online gefunden. Online-Dating liegt also nicht erst seit der Corona-Pandemie im Trend. Dass das auch Gefahren für die Frauen birgt, darauf weist die Beratungsstelle Frauennotruf Frankfurt hin. Laut der Beratungsstelle wandten sich in Frankfurt im vergangenen Jahr vermehrt Frauen an sie, die im Zuge des Online-Datings sexuell angegriffen oder belästigt wurden.

„Grundsätzlich birgt Online-Dating die Gefahren, die es auch beim Offline-Dating gibt, aber mit einer spezifischen Problematik: Man trifft sich im Prinzip mit einer komplett unbekannten Person. Es gibt Männer, die diese vulnerable Situation ausnutzen und übergriffig werden“, sagt Pia Barth vom Frankfurter Frauennotruf. Sie empfiehlt, bis zum ersten Date nicht zu lange zu warten. Denn durch intensive Chats könne sich bereits vor dem ersten Treffen ein Gefühl von – möglicherweise falschem – Vertrauen entwickeln. „Eine Verabredung ist noch lange kein Freibrief für sexuelle Handlungen“, macht Barth deutlich.

Fünf Frauen im Jahr 2020 und bereits zehn Frauen in diesem Jahr haben sich laut Barth an die Beratungsstelle gewandt, weil sie im Kontext von Online-Dating sexualisierte Gewalt erlebt haben. Das reiche von ungewollten Berührungen an Brüsten oder Po bis hin zu Vergewaltigung. „Das klingt erst mal nicht viel“, sagt die Beraterin. „Aber zum einen können wir nicht immer dokumentieren, ob ein Übergriff im Kontext eines online ausgemachten Dates stattgefunden hat, denn die Frau entscheidet, was sie uns erzählt und was nicht.“ Zum anderen seien diese Fälle häufig sehr intensiv, die Frauen machten sich Vorwürfe, hätten viele Schuldgefühle. „Oft suchen Frauen den Grund des Übergriffes bei sich selbst. Habe ich die falschen Signale gesendet? Hätte ich mich nicht auf das Treffen einlassen sollen? Als wäre das reine Zum-Date-gehen schon eine Einladung zum Übergriff gewesen. Doch die Schuld tragen immer die Aggressoren, von denen der Übergriff ausgeht“, sagt Barth.

Die Beratungsstelle hat einige Tipps dazu, wie Frauen sich schützen können: „Schon bei der Auswahl der richtigen Dating-App sollten Frauen differenzieren und sich vor allem die Sicherheitskonzepte der einzelnen Anbieter genau anschauen“, rät Barth. Neben der technischen Sicherheit sei auch der Schutz der persönlichen Daten wichtig – dies reduziere die Gefahr von Stalking. Für mehr Sicherheit böten einige Plattformen inzwischen die Möglichkeit, mit einer Person in Kontakt zu treten, ohne dass dabei sofort Telefonnummern ausgetauscht werden.

Andere Anbieter ermöglichen es ausschließlich Frauen, ihre potenziellen Dates anzuschreiben. So sinkt die Gefahr, mit sogenannten Dick-Pics sexuell belästigt zu werden. „Wer unaufgefordert Nacktbilder erhält, sollte diese unbedingt per Screenshot sichern und den entsprechenden Kontakt der Plattform melden beziehungsweise blockieren“, rät Barth. „Das ist eine Straftat und kann zur Anzeige gebracht werden.“

Um die Gefahr für sogenannte Date-Rapes, ungewollte sexuelle Handlungen oder eine Vergewaltigung, die im Zusammenhang mit einer einvernehmlichen Verabredung entstehen, zu reduzieren, sollten die ersten Treffen immer in der Öffentlichkeit stattfinden. Außerdem sei es ratsam, eine vertraute Person über das Treffen zu informieren. „Generell sollte man immer auf sein Bauchgefühl achten. Immer dann, wenn man sich unwohl fühlt oder einem widersprüchliche Aussagen auffallen, sollte man sich schnell verabschieden“, rät Barth. Dabei solle man keine Angst haben, unhöflich zu wirken.

Trotz aller Tipps für Frauen gelte: „Die Verantwortung für einen gewaltfreien Umgang liegt vor allem bei den Männern, erst wenn sich hier mehr verändert, können sich die Sicherheitsüberlegungen für Frauen reduzieren.“ Barth macht auch deutlich: „Sexualisierte Gewalt hat nichts mit Lust oder Sexualität zu tun, sondern mit Machtausübung. Sexualität basiert auf Konsens – und den kann man durchaus herstellen.“ Im Zweifel helfe es immer, einfach mal nachzufragen, ob etwas okay ist.

Frauen können sich nach einem Übergriff, aber auch bei Fragen vor einer Verabredung an die Beratungsstelle Frauennotruf Frankfurt wenden. Die Beratungsstelle ist unter der Nummer 069/70 94 94 erreichbar. Unter www.frauennotruf-frankfurt. de und www.soforthilfenach- vergewaltigung.de gibt es weitere Tipps, Adressen und Handlungsleitfäden.

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