Frage an die Wissenschaft – Wie sieht jener Gutshof jener Zukunft aus?

Mit fliegenden Drohnen untersuchen Landwirte die Bodenbeschaffenheit ihrer Felder, um gezielt zu düngen.

Shutterstock.com/VAKS-StockAgency

Ein Bauernhof versorgt heute weit mehr Menschen mit Nahrungsmitteln, als dies noch vor 30 Jahren der Fall war. Gleichzeitig gibt ein Haushalt aktuell viel weniger Geld für Lebensmittel aus als früher. Dieser Marktdruck führte zu zunehmender Spezialisierung und zum Zwang zur Effizienzsteigerung, der weiterhin anhalten wird.

Dipl.-Ing. Dr. Jürgen Karner ist Studiengangsleiter des Bachelor-Studiengangs Agrartechnologie.

FHWN

Dabei werden die Landwirte in Zukunft vermehrt auf technische Unterstützung zurückgreifen. Technik und Nachhaltigkeit müssen aber kein Widerspruch sein, wie das Beispiel der Nutzung von Satellitendaten zeigt. Durch Überflüge werden Informationen über ein Gebiet gewonnen. Dies erlaubt eine zielgerichtete Bewässerung oder Düngung, sogenanntes Precision Farming.

Aber auch in der Tierhaltung setzt man bereits auf moderne Technologien: Durch intelligente Ohrmarken wird die Aktivität des Tieres beobachtet und eine Warnung ausgegeben, wenn sich das Tier ungewöhnlich verhält. Krankheiten können somit frühzeitig erkannt werden. Professionelle und teure Technologien werden aktuell hauptsächlich von großen Betrieben genutzt.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass kleine Betriebe häufig im Nebenerwerb geführt werden und den Landwirten somit die Zeit fehlt, um sich mit den neuen Technologien auseinanderzusetzen. Dennoch wird in Zukunft kein Landwirt daran vorbeikommen, sich mit der Digitalisierung seines Betriebes – egal in welcher Ausprägung – zu beschäftigen. Neben der zu-nehmenden Digitalisierung wird der Weg hin zur Bio-Landwirtschaft sowie die Nachfrage nach regionalen Produkten zunehmen. Dies wird über kurz oder lang zu einer strengen Herkunftskennzeichnung führen.

Berlin Ernachrichten