Forstliche Hochschulen gegen Einleitung des „Baumumarmens” denn Wissenschaft

In einer gemeinsamen Erklärung vom 9. März mischen sich die Lehranstalten Dresden, Erfurt, Freiburg, Göttingen, München, Rottenburg und Weihenstephan in die laufende Diskussion um einen Studiengang für ökologische Waldwirtschaft ein. Konkret geht es um den Vorschlag des Magazins GEO aus dem Hause Gruner&Jahr und verschiedener nicht genannter „Mitstreiter*innen“, an einer Hochschule einen Studiengang für „ökologische Waldwirtschaft“ zu etablieren und dessen Einrichtung mit der temporären Finanzierung zweier Stiftungsprofessuren anzuschieben.

Das wird von den Unterzeichnern grundsätzlich begrüßt und unterstützt. Allerdings stellen sie fest: „Leider wirft die Begründung für dieses Vorhaben ein falsches und sehr unvollständiges Licht auf die bestehenden forstlichen Studiengänge in Deutschland, indem sie unterstellt, dass die derzeitige Lehre an forstlichen Hochschulen und Universitäten nicht auf einem umfassenden Verständnis von Wäldern als komplexen Ökosystemen beruht und sich auf die Anlage von ‚Holzäckern‘ und damit die Plantagenwirtschaft beschränke.“ Die Ökologie sei schon jetzt fester und zentraler Bestandteil forstlicher Studiengänge. Deshalb gelte: „Wer vor dem Hintergrund dieser etablierten Studieninhalte, die ‚ökologische Waldwirtschaft‘ als ein neues, dringend notwendiges Programm ausruft, hat das Bestehende nur unzureichend recherchiert.“

Studium und Wissenschaft lebten vom Diskurs. Unterschiedliche Positionen sollten deshalb in einem offenen Dialog ausgetauscht werden. Die deutschen Lehr- und Forschungseinrichtungen laden den Verlag Gruner&Jahr dazu ein, sich ein eigenes Bild davon zu machen wofür sie wirklich stehen – für Pluralismus, kritische Reflexion und Evidenz rund um den Wald.

Die Zeitschrift GEO gibt das Naturmagazin „Wohllebens Welt“ heraus. Den Studiengang hat GEO zusammen mit Peter Wohlleben und dessen Sohn Tobias, der im Familienunternehmen die „Waldakademie“ leitet, erfunden. Er soll zu einer ökologischen Waldwende beitragen.

rdb

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