Flugkunst: GPS-Statistik lassen Kunstwerke am Himmel entstehen – Unterhaltung

Die Himmelsstürmer vom Team “Skytexter” können mit einem Rauchsystem am Rumpf ihrer Kleinflugzeuge Buchstaben an den Himmel zaubern – atemberaubende Showeinlagen für die Zuschauer am Boden inklusive. Geschäftsführer Tibo sieht die Kunst seines Teams daher im krassen Gegensatz zur Radar-Malerei – “die zudem ja auch gefaked sein kann”.

Von einer regelrechten Tradition spricht der Online-Dienstleister Flightradar24 bei dieser Kunstform bereits: “Piloten haben immer nach Möglichkeiten gesucht, um fürs Sammeln von Flugstunden oder auch das Testen neuer Instrumente und Technologien spannendere Wege zu finden als immer nur stundenlang im Kreis zu fliegen”, schreibt er. Für den bisherigen Höhepunkt hält er “das weltweit größte Selbstporträt eines Flugzeugs” im August 2017. Damals flog eine einsame Boeing 787 über den USA ihre Runden, um die Eignung neuer Triebwerke für zweistrahlige Transatlantikflüge zu testen.

Als Trendsetter gilt jedoch ein unbekannter deutscher Pilot, der auf dem Weg nach Helgoland mit einem einmotorigen Robin-Propellerflieger am niedersächsischen Himmel ein großes Transportflugzeug “malte” – und auf dem Rückflug sogar mit seinen Initialen signierte: Schreibübungen der besonderen Art am Himmel.

Bereits zuvor hatte er sich an anderen Symbolen versucht – etwa einer Liebeserklärung in Form eines Herzens über der Elbe, querab von Uetersen. Für Bremervörde gab es per Flugroutenaufzeichnung sogar ein in die Luft gemaltes Blumen-Muster, danach bereicherte der Radar-Schriftzug “Hello” das Portfolio des Pilotenkünstlers. Es sind genau berechnete Flugbilder, die dank GPS-Technik am Himmel abgeflogen werden.

Das Beispiel des Stader Piloten fand zahlreiche Nachahmer weltweit. Selbst Airlines wie die australische Quantas machten mit: Sie verabschiedete ihren letzten Jumbo-Jet mit einer Känguruh-Flugroute auf dem Radarbild.

Ob in den USA oder in Europa: Piloten zeigen sich von ihrer kreativen Seite. Auch bei den Flugzeugherstellern, wo etwa Airbus-Testpiloten über Deutschlands Norden einen Weihnachtsbaum auf den Radar zauberten. Als zwei Mitarbeiter der Airline Malta Air heirateten, zeichneten Mitarbeiter der Gesellschaft mit ihren vom Radar aufgezeichneten Flugrouten zwei Herzen in den Himmel.

Kurz vor Weihnachten flog dann der 20-jährige Pilot einer einmotorigen Katana über Süddeutschland die Silhouette einer 70 Kilometer langen Spritze in den Himmel. Sie sollte die Ankunft der ersten Covid-19-Impfdosen würdigen.

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