Familie Braun und die Liebe zur Musik – Region Neumarkt – News

Sieben Geschwistern aus Sulzbürg wurde die Musik in die Wiege gelegt. Sie engagieren sich in vielerlei Hinsicht musikalisch.

Von Hans Peter Gleisenberg

09. Januar 2022

17:52 Uhr

Zunächst erhielten Steffi (von links), Tobias und Florian Braun von ihrem Papa Michael Musikunterricht, später in der Musikschule. Foto: Hans Gleisenberg

Mühlhausen.„Da, wo man singt, da lass dich frohe nieder – böse Menschen haben keine Lieder.“
Frei nach Johann Gottfried Seume wurde und wird diese Liedzeile in der Sulzbürger
Familie Braun nachhaltig gepflegt und praktiziert. Schon seit den 60er Jahren heißt
es in der Landl-Metropole: „Wie klingt’s von der Höh?“, wenn die Brauns wieder einmal
die Instrumente von der Point am Schlossberg erklingen lassen.

Mindestens drei Generationen reicht das musikalische Engagement zurück. Der Vater
und Großvater von Michael Braun, beide namens Ludwig, gaben die Impulse dazu. Der
Baumeister der Musikerfamilie war aber Michael Braun, der schon in jungen Jahren mit
einer Band auf Veranstaltungen aller Art aufspielte und den Musikantenvirus förmlich
auf seine sechs Kinder übertragen hat.

Mittendrin statt nur dabei

Tobias Braun ist musikalisch sehr aktiv: Beispielsweise leitet er seit 2002 den Kirchenchor
in Mühlhausen. Foto: Hans Gleisenberg

Die Band mit dem Namen „Tivoli“ hatte einen, im wahrsten Sinne des Wortes, klangvollen
Namen in der Region. Mit dem heute 74-jährigen Michael Braun am Akkordeon, Friedl
Koller (Saxophon und Klarinette) und dem Lindenwirt Baptist Kohlmann (Gitarre) waren
drei Sulzbürger Urgesteine mit von der Partie. Bereits verstorben ist Hermann Klossek
aus Berching, der am Schlagzeug saß.

Michael Braun war immer „mittendrin statt nur dabei“ – ob beim Rossmarkt in Berching,
bei Tanzveranstaltungen, oder auch bei Kirchweihfesten oder Hochzeiten. Er erzählt
von den Zeiten, als sehr stark geraucht wurde: „Bei manchen Veranstaltungen hast du
nur die Gäste in den ersten Reihen gesehen, die hinteren sind im Nikotindunst verschwunden“,
erinnert sich der Sulzbürger.

Oberweiling

Highlights aus 40 Jahren Kneipenbühne

Golly Hertlein hat die Kneipenbühne zu einer Szenen-Größe gemacht. Im Interview spricht der 69-Jährige auch über die Anfänge.

„Die Liebe zur Musik wurde uns sechs Geschwistern quasi mit der Muttermilch verabreicht.
Natürlich gab es da auch Unterschiede: Besonders unser einziges Mädel in der Runde,
die Steffi, und auch der Florian und ich zeigten hier mehr Enthusiasmus als Clemens,
der Älteste, sowie die letztgeborenen Matthias und Andreas“, erklärt Tobias Braun.
Zunächst wurden die Kinder vom Vater in den einzelnen Instrumenten ausgebildet und
unterrichtet, später gab es dann Unterricht bei verschiedenen Musiklehrern, auch an
der Musikschule in Neumarkt. „Hier sei auch der Dank an meine Mutter ausgedrückt,
denn es war für sie schon eine Herkulesaufgabe, alle diese Aktivitäten wie Unterricht
oder Auftritte zu koordinieren.“

Im Einzelnen wurden im Hause Braun folgende Instrumente gespielt: Clemens an der Zither,
Tobias spielte Klavier, Orgel, Klarinette, Gitarre und die Steirische. Steffi musizierte
mit dem Klavier, der Harfe, der Trompete, sowie dem Hackbrett und der Gitarre. Florian
saß am Klavier sowie an der Orgel und spielte außerdem Posaune und Tenorhorn. Matthias
lernte das Klavierspielen, Andreas Klavier und Akkordeon.

So entstanden auch zwei Hauskapellen: zum einen die „Stubnmusi“ und zum anderen das
Blasmusikensemble. Mit den einzelnen Besetzungen wurden Hochzeiten, Geburtstage, kirchliche
Konzerte und vieles mehr musikalisch umrahmt. Auch beim Neujahrsempfang der Gemeinde
Mühlhausen war Musik aus dem Hause Braun eine gerne genommene musikalische Begleitung.

Hommage an den „Bergdoktor“

Großen Anteil hatte die Familie Braun auch beim „Musikalischen Herbst“ der Gemeinde
Mühlhausen. Unter der Leitung von Altbürgermeister Anton Galler spannen einmal jährlich
namhafte Künstler aus der Region einen musikalischen Bogen von Klassik über Operette,
Musical, Jazz und Blues. Hier haben Florian Braun als Solist und Begleiter am Klavier
sowie Bruder Tobias als Moderator die Veranstaltung bereichert und begleitet.

Intensiv musikalisch engagiert sich Tobias Braun sowohl im kirchlichen als auch im
privaten Konzertgeschehen. Bereits seit 2002 leitet er den Kirchenchor Mühlhausen,
der sich später mit jenem von Reichertshofen vereinigt hat. Darüber hinaus spielt
er in Mühlhausen, Reichertshofen und Sengenthal die Orgel.

Songs

Carina Dengler geht wieder ins Tonstudio

Die Schauspielerin aus Pilsach kehrt zu ihren Wurzeln zurück und nimmt Weihnachtslieder auf, die im TV zu hören sein werden.

Sein musikalisches Talent hat Tobias Braun erst kürzlich wieder unter Beweis gestellt,
als er Tenor Anton Galler bei einer CD-Aufnahme auf dem Klavier begleitete. Anlass
war die Hommage an „Bergdoktor“ Klaus und Marianne Michels, die über Jahrzehnte hinweg
die Arztpraxis in Mühlhausen leiteten. So ist der Name Braun aus der Mühlhausener
Musikszene in Sachen Klassik, Kirchen- oder Volksmusik nicht wegzudenken und hat besonderen
Klang.


Weitere Artikel aus diesem Ressort finden Sie unter Neumarkt.