Exzellenz ist ein Lebensstil – Spektrum welcher Wissenschaft

Aus aktuellen Büchern: Leseprobe von

Warum sich jeder von uns selbst übertreffen kann

Exzellenz. Ein großes Wort. Ich denke bewundernd an Bill Gates, Anne-Sophie Mutter, Barack und Michelle Obama, Supreme-Court-Richterin Ruth Bader Ginsburg, Greta Thunberg oder die erst 34-jährige Nürnberger Generalmusikdirektorin Joana Mallwitz – Ausnahmepersönlichkeiten, die Großes leisten und für Millionen von Menschen ein Vorbild sind. Sehr wahrscheinlich haben Sie andere Namen im Kopf. Vielleicht denken Sie an Nobelpreisträger, Elitesportler, Jahrhundertpolitiker, Kultstars, an eine mittelständische Spitzenunternehmerin in Ihrer Region oder Menschen, deren humanitäres Engagement Sie beeindruckt. Eines allerdings ist ziemlich sicher: Ihr eigener Name ist auf Ihrer mentalen Liste nicht dabei.

Die wenigsten Menschen bringen den Begriff Exzellenz mit sich selbst in Verbindung, nicht einmal insgeheim. Man bemüht sich um ein gelingendes Leben, das ja. Aber Exzellenz? Dieser Anspruch erscheint einem als sehr beliebter Lehrer, als durchaus geschätzte Ärztin, als händeringend gesuchter Bauunternehmer, erfahrene IT-Spezialistin, viel gelesene Autorin oder innovativ denkender Scrum-Master dann doch zu verstiegen.

»They weren’t striving for perfect, but managed somehow to be always excellent.«
(Michelle Obama)

Mir geht es nicht anders. In der Welt, in der Boomer älter und Zoomer erwachsen wurden, war der Begriff Exzellenz (lat. excellentia = Erhabenheit, Herrlichkeit) einer schmalen Elite außergewöhnlich talentierter, öffentlich sichtbarer oder besonders ehrgeiziger Menschen vorbehalten. Normal begabte Menschen schien er nichts anzugehen. Doch wir erleben dynamische Jahre. Es ist an der Zeit, dass wir noch mehr von dem entfalten, was in uns steckt.

Wie die VUKA-Welt die Psyche fordert

Überall auf der Welt verändern die Megatrends Digitalisierung, Globalisierung und Klimawandel die Gesellschaft, die Wirtschaft und damit auch uns. Unsere Welt wird VUKA und das bedeutet: volatil, ungewiss, komplex und ambivalent. Das erste Viertel des 21. Jahrhunderts ist gekennzeichnet durch hohe Schwankungsbreiten nach oben und unten, schwer abschätzbare Wahrscheinlichkeiten, unübersichtliche Zusammenhänge und widersprüchliche Sachverhalte. Bereits vor der Corona-Pandemie zeichnete sich ab: Mit einer Vehemenz, die alle Lebensbereiche erfasst, stößt das vertraute Leben an Grenzen. Über Jahrzehnte geltende Werte, Abläufe und Wissensschätze verlieren an Gültigkeit. Allenthalben entstehen neue Perspektiven und Möglichkeiten. Das Leben wird immer weiter technologisiert. Zunehmend leistungsfähige Computer machen realisierbar, was vor kurzem noch utopisch schien.

Noch liegt im Nebulösen, welche Veränderungen die Megatrends mit sich bringen. Eines allerdings ist so sicher wie Quantenkryptografie: Die vierte und größte Transformation der Industriegeschichte wird die Spielregeln des Lebens verändern. Die Extrameile von heute wird der Standard von morgen sein. Der Keynote-Speaker Hermann Scherer hat den Satz geprägt. Er beleuchtet schlaglichtartig:

Die Vergangenheit liefert nicht mehr die Maßstäbe für die Zukunft.

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