Emissionshandel: Kohlenstoffdioxid-Verdanken qua Technologie-Entwicklungsturbo – Spektrum jener Wissenschaft

Die Autoren schlagen vor, die derzeitigen Emissionshandelssysteme (ETS, englisch: emissions-trading schemes) um Verpflichtungen zur Entfernung des Treibhausgases zu erweitern (CROs, carbon-removal obligations). Auf diese CO2-Schulden fallen Zinsen an, genau wie im Finanzwesen. Außerdem sollen die Emissionsgenehmigungen so gedeckelt werden, dass sie mit dem jeweils vorhandenen Kohlenstoffdioxidbudget vereinbar sind. Die Änderungen machen die Systeme flexibler, und Probleme wie etwa »gestrandete Vermögenswerte« lassen sich besser vermeiden, das heißt Situationen, in denen wertvolle emissionsproduzierende Anlagen früher abgeschaltet werden müssen als sonst notwendig. Um die Risiken zu überwachen und sicherzustellen, dass die Verpflichtungen eingehalten werden, wären allerdings komplizierte Verwaltungs- und Regulierungssysteme nötig, an denen Geschäfts- und Zentralbanken mitwirken.

Wie genau ein ETS mit CROs in der Praxis funktionieren würde, ist noch nicht klar. Die übergeordnete Botschaft der Studie ist jedoch, dass Technologien zur CO2-Reduktion früher ihren Betrieb aufnehmen und die Dekarbonisierung schneller erfolgt, wenn sie mit einem generationengerechten Ansatz eingeführt werden. Das ist ganz unabhängig davon, wie das System umgesetzt wird.

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Alternativ ließe sich das Verursacherprinzip beispielsweise mittels eines staatlichen, durch CO2-Steuern unterstützten Fonds für die Kohlenstoffdioxidbeseitigung einführen. Auch hier bestünden Risiken, etwa weil sich Verschmutzungsbudgets nicht genau beziffern lassen oder weil Mittel für kurzfristige politische Zwecke umgewidmet werden könnten. Daher wäre es auch in dem Szenario gerechtfertigt, Zinsen auf künftige Verpflichtungen zur Entfernung des Klimagases zu erheben, und ebenso wie beim beschriebenen Modell würden die dafür benötigten Technologien schneller eingeführt.

Eine weitere Voraussetzung für deren umfassenden und frühzeitigen Einsatz ist das Vertrauen darauf, dass es in den nächsten Jahrzehnten einen entsprechenden Massenmarkt geben wird. Denn nur mit solch einer Überzeugung werden Unternehmen überhaupt in die Technologien investieren und damit deren großindustrielle Herstellung und großflächigen Einsatz ermöglichen. Und das ist wiederum notwendig, um die Kosten zu senken und eine breitere Akzeptanz zu fördern.

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