Elektroauto-Zuschüsse kosten dem Staat zwei Milliarden – Wirtschaft

Die Verdopplung der Elektroauto-Subventionen vor einem Jahr hat sich auf den deutschen Automarkt deutlich ausgewirkt. Im Laufe von zwölf Monaten sind weit über eine halbe Million Fahrzeuge mit rein elektrischem oder einem Plugin-Hybridmotor neu zugelassen worden – mehr als in sämtlichen Vorjahren zusammen.

Der staatlich befeuerte Boom geht aus den Daten des Kraftfahrzeug-Bundesamts hervor. Dementsprechend rasant in die Höhe geschossen sind seither auch die Kosten der Zuschüsse: Diese summieren sich von Anfang Juni 2020 bis Ende Juni 2021 auf gut 1,9 Milliarden Euro, wie das für die Auszahlung der Zuschüsse zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) in Eschborn mitteilte.

Das Bundeskabinett hatte vor einem Jahr rückwirkend zum 3. Juni die “Innovationsprämie” betitelte Verdopplung der Kaufzuschüsse beschlossen. Die Zulassungszahlen – und die damit verbundenen Ausgaben – schnellten daraufhin in die Höhe: Von Anfang Juni 2020 bis Ende Mai 2021 wurden über 567 000 Elektroautos neu zugelassen, im Juni kamen noch einmal knapp 65 000 dazu. Zum Vergleich: In den vier Jahren von 2016 bis 2019 zuvor waren es insgesamt lediglich 256 000 Elektrofahrzeuge gewesen, davor noch weniger. Hybridautos ohne extern aufladbare Batterie sind nicht mitgezählt.

Eine Befürchtung der Kritiker ist bereits widerlegt

Für die Staatskasse bedeutet dies einen Anstieg der Ausgaben durch Subventionen. In der ersten Jahreshälfte 2020 wurden “für den Umstieg auf klimafreundliche Mobilität” 77,6 Millionen Euro an Autokäufer ausbezahlt, wie das Bafa berichtet. Nach der Verdopplung des Zuschusses versiebenfachte sich der Betrag in der zweiten Jahreshälfte auf 575 Millionen. Und in diesem Jahr waren es bis Ende Juni schon 1,33 Milliarden Euro.

Gefördert werden Kauf und Leasing reiner Batterieautos und Plugin-Hybride mit aufladbaren Akkus. Subventioniert werden auch Autos mit Brennstoffzellenmotor, die aber nur in minimalen Stückzahlen zugelassen werden.

Kritik, wonach die Zuschüsse hauptsächlich ausländischen Herstellern und nicht den deutschen Autokonzernen zugute kämen, hat sich nicht bewahrheitet. Bei den Verkaufszahlen von Batterie- und Plugin-Hybrid-Autos liegen in diesem Jahr vier deutsche Hersteller auf den ersten vier Plätzen: VW – die Marke, nicht der Konzern – lag mit gut 59 000 Autos in der ersten Jahreshälfte vorn, gefolgt von Mercedes, BMW und Audi. Als erster ausländischer Hersteller lag Renault auf Platz fünf. Auch bei den reinen Batterieautos lag Tesla auf Platz zwei hinter VW.