Ekelerregende Keime: Warum dies Smartphone im Badezimmer nichts verloren hat – Panorama



Beim Duschen mit der Freundin chatten oder beim Baden auf Netflix einen Film schauen? Das kann aus mehreren Gründen keine gute Idee sein, wie Experten warnen.

Früher bestand die größte Gefahr noch darin, dass das teure Smartphone ein unfreiwilliges Bad in der Wanne nicht übersteht. Heutzutage sind viele Modelle zwar wasserdicht, dennoch kann es aus mehreren Gründen ein Problem sein, das Handy mit in die Dusche oder Badewanne zu nehmen.

Sammelbecken für Keime aller Art

Klar, im Badezimmer sollte es normalerweise sauber sein. Doch unbedacht nach dem Toilettengang zum vibrierenden Smartphone gegriffen und schon verteilen sich Darm-Bakterien wie E. coli auf dem Gerät. Diese Bakterien können Durchfall und Bauchkrämpfe auslösen. Wer sich danach zwar die Hände gründlich mit Seife wäscht, können diese trotzdem wieder auf den Fingern oder sogar im Gesicht landen, wenn das Handy das nächste mal angefasst wird.

Wer sein Smartphone sauber halten möchte, sollte es allerdings nicht mit dem derzeit allgegenwärtigen Desinfektionsmittel reinigen. Den darin enthaltenen Alkohol vertragen nicht alle Geräte. Die Hersteller empfehlen, das Gerät am besten mit einem weichen, fusselfreien, leicht angefeuchteten Mikrofasertuch zu reinigen. Bei starkem Schmutz können Nutzer auch etwas Seifenwasser verwenden.

Benutzer haben Einfluss darauf, wie viele Keime sich auf dem Handy befinden. “Die Oberfläche des Smartphones ist ein Spiegelbild seines Nutzers”, sagt etwa Sebastian Klöß vom Branchenverband Bitkom. Bakterien, Viren und Schimmelpilze könnten sich besonders gut in Kratzern festsetzen.

Smartphone laden während man in der Badewanne liegt – keine gute Idee

Mit dem Fön nicht in die Badewanne gehen – das weiß doch jedes Kind. Wie sieht es aber aus, wenn der Smartphone-Akku schlapp macht und es zum Laden an den Strom muss? Zwar fließt durch das Smartphone-Ladekabel oft nur eine geringe Spannung. Das Gerät in der Hand zu halten, während man relaxt in der Wanne liegt, ist dagegen kein Problem. Zumindest im Akkubetrieb nicht. Die Spannung ist dann so niedrig, dass keine Lebensgefahr besteht, wenn das Gerät ins Wasser fallen sollte, erklärt etwa die Aktion Das sichere Haus (DSH).

Anders sieht das während des Ladens aus. Angeschlossene Elektrogeräte wie Handys oder Laptops können im Wasser durchaus einen lebensgefährlichen Stromschlag auslösen. So hat erst Anfang Dezember eine 13-Jährige in Frankreich in der Badewanne einen tödlichen Stromschlag erlitten, als ihr zum Laden eingestöpseltes Handy ins Wasser gefallen ist. Rettungskräfte konnten das Mädchen zunächst wiederbeleben. Einige Tage lang befand sie sich in der Universitätsklinik von Lyon im Koma und starb dann.

Internationale Schutzklassen

Wer auf die Geräte am Kabel trotzdem nicht verzichten möchte, könne sich ein wasserdichtes Exemplar zulegen – oft als Outdoor-Gerät im Handel zu finden. Diese Modelle sind der Schutzklasse IP67 oder IP68 zugeordnet, erklärt das DSH.

IP67 steht für einen “Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen”. Das Gerät ist laut Schutzklassen-Definition auch so dicht, dass kein Staub eindringen kann. Auch die Klasse IP68 bietet Schutz vor Staub und hält “dauerndes Untertauchen” aus.

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