Eine neue Stelle, aber kein Klimamanager für Bernried

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Erstellt: 27.11.2022, 20:00 Uhr

Von: Johannes Thoma

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Platz für das „Forum Humor“: die Fläche hinter dem Rathaus Bernried. © Gronau Emanuel

Ab Februar 2023 gibt es eine weitere Stelle im Rathaus Bernried: Die neue Mitarbeiterin wird sich unter anderem um die mannigfaltigen Fördermöglichkeiten kümmern. „Es handelt sich aber nicht um einen Klimamanager“, so Bürgermeister Georg Malterer am Donnerstag bei der Bürgerversammlung.

Bernried – Die rund 80 Besucher erlebten eine Premiere: Erstmals fand eine Bürgerversammlung im fast fertig sanierten Sommerkeller statt. Der Keller unterm Rathaus soll künftig vor allem für öffentliche Veranstaltungen, aber auch für Hochzeiten genutzt werden. Für die Organisation und das Catering ist das in diesem Jahr gegründete Kommunalunternehmen (KU) Bernried zuständig, das sich ja auch um die Belange des Klosters kümmert. Dies hat die Gemeinde zu Jahresbeginn für rund acht Millionen Euro erworben.

Und mit der historischen Immobilie hat die Gemeinde einiges vor, so Malterer in seinem Rechenschaftsbericht. Wo genau die Schule dort einmal unterkommen wird, stehe noch nicht fest. Die Gemeinde habe sich andernorts bereits mehrere Klöster mit Schulbetrieb angesehen. Mit konkreten Planungen soll 2023 begonnen werden.

„Noch längst nicht alles in trockenen Tüchern“

Oberhalb des Sommerkellers plant die Gemeinde mit dem Verein „Forum Humor und komische Kunst“ das nächste Großprojekt: ein Gebäude, das ausschließlich dem Humor gewidmet sein soll mit Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen. Aber es sei noch längst nicht alles in trockenen Tüchern, so Malterer. So sei noch nicht geklärt, ob der Bund als größter Förderer des über sieben Millionen Euro teuren Projekts die vorgeschriebene Beteiligung der Gemeinde – das Grundstück neben dem Rathaus – als solche anerkennt.

Beim Thema „Klimaschutz“ verkündete Malterer die Stellenmehrung im Rathaus. Er verwies aber ausdrücklich darauf, das dies nichts mit der Diskussion um einen Klimamanager zu tun habe, den verschiedene Stellen im Ort fordern. Die neue Mitarbeiterin, so Malterer auf Anfrage, werde sich um den „Förderdschungel“ kümmern, mit dem die Gemeinde immer wieder bei unterschiedlichsten Projekten konfrontiert sei.

Dabei werde es sicher auch Überlappungen mit Energiefragen geben. Die nächsten großen Projekte in diesem Bereich seien die Nahwärmeversorgung für den Ort in Zusammenarbeit mit den Firmen sowie eine neue Energieleitplanung. Letztere stamme aus dem Jahr 2013 und müsse überarbeitet werden, so der Bürgermeister.

Entscheidung zum Wasserwart verteidigt

In seinem Rechenschaftsbericht erwähnte er auch den Beschluss des Gemeinderates, die technische Betriebsführung bei den Wasserwerken der Firma ESB zu übertragen. Das sei auf Vorschlag des Wassermeisters und Bauhofleiters Armin Schirott geschehen. Die Entscheidungsgewalt und die Wasserversorgung an sich bleiben bei der Gemeinde, so Malterer.

Angesichts der vielen Großprojekte lag der Schuldenstand zum Ende des vergangenen Jahres bei 7,78 Millionen Euro. Das sind 3312 Euro pro Einwohner. Dem gegenüber stehe ein beträchtliches Vermögen wie das Kloster und verschiedene Baugrundstücke.

Eine Frage eines Besuchers betraf den geplanten Radweg nach Tutzing, der eigentlich schon längst fertiggestellt sein sollte. Laut Malterer wird er im kommenden Jahr eingeweiht. Grundstücksfragen hätten zur Verzögerung geführt. Hauptgrund sei, dass die Naturschutzbehörde am Landratsamt die ursprüngliche Variante – weil zu nah am Naturschutzgebiet – abgelehnt hatte, ergänzte Altbürgermeister Josef Steigenberger. Dem Wunsch einer Bernriederin nach einer anonymen Bestattungsstätte am Friedhof will die Gemeinde grundsätzlich nachkommen, so Malterer.