Ein Jahr nachdem Maik Hauf seinen ersten historischen Roman veröffentlicht hat, ist welcher zweite weitestgehend fertig

Harzgerode/MZ – Maik Hauf ist keiner, der von Lesung zu Lesung tingelt. „Das ist nicht mein Ding“, sagt der Harzgeröder, und so blieb es bei der einen Veranstaltung im Harzgeröder Schloss, die vor fast genau einem Jahr, anlässlich des Erscheinens seines Debütromans „Das Bündnis“ stattgefunden hat.

„Ich setze mich lieber hin und schreibe“, erklärt der 57-Jährige. Denn wenn ihm die Ideen erst mal durch den Kopf wuseln, will er sie schleunigst aufs Papier bringen. Und so ist nun ein zweites Manuskript entstanden, fast doppelt so umfangreich wie das erste, und wieder für einen historischer Roman. Für den reist er noch einmal über 1.000 Jahre weiter zurück in die Geschichte.

Ins Geschehen des 3. Jahrhunderts einegtaucht

Während Hauf „Das Bündnis“ im 16. Jahrhundert spielen lässt – die Harzgeröder werden in den Bauernkrieg hineingerissen, es geht um die Überfälle auf die Kloster Hagenrode und Ballenstedt, einen Mord und eine Hexe –, taucht er nun in das Geschehen im 3. Jahrhundert ein. Ort der Handlung ist wieder die Gegend um Harzgerode. Aber auch an andere Schauplätze in Mitteldeutschland, Hessen, Niedersachsen und Brandenburg begibt er sich, um seinen Lesern zu vermitteln, wie die germanischen Stämme, die Hermunduren, die Semnonen, Chatten, Juthungen, Burgunder usw., lebten.

Dabei nimmt er sich sowohl der einfachen Leute wie Bauern und Sklaven an als auch der Krieger und Stammeshäuptlinge und beleuchtet deren Verhältnis zu den Römern. „Insbesondere dazu gab es in den letzten Jahrzehnten einige neue Erkenntnisse durch archäologische Funde“, erklärt er, und die finden sich in Haufs Werk wieder. „Ich finde es sinnvoll, miteinzubauen, was noch nicht so bekannt ist.“

Fakt und Fiktion werden gemischt

Einen historischen Roman, in dem sich Fakt und Fiktion mischen, zu schreiben, sei aufwendig, sagt Hauf, auch für ihn, der der seit vielen Jahren ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger ist und das historische Stadtarchiv betreut, „viel Recherche ist nötig“, Quellenstudium. Nicht nur weil die Fakten überprüft werden müssen, auch die Fiktion muss in die Zeit passen. „Klar, man weiß, man hat da irgendwann mal was gelesen, aber bei den Details sollte man doch schon noch mal nachschlagen.“

Wie haben die Menschen damals gelebt? Wie hießen sie? Was hatten sie für Häuser? Hatten sie Töpfe aus Ton? Am Ende sollte das Bild so stimmig sein, dass sich alles genauso hätte zutragen können. „Dafür muss man auch viele Sachbücher lesen“, sagt Hauf, der bei aller historischen Genauigkeit die schriftstellerischen Freiheiten eines Romanautoren schätzt und seinem Schreibfluss dann gern freien Lauf lässt. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass die Geschichte, „ein Ende nimmt, das ich so nicht geplant habe“.

Wunsch zum Schreiben schon in der Jugend geboren

Einen Roman zu schreiben, „das schwebte mir schon seit der Jugend vor“, gesteht er, allein, ein Thema habe ihm gefehlt. Zumindest bis er einst anfing, sich mit der Regionalgeschichte zu befassen: Plötzlich hatte er Stoff in Hülle und Fülle. Doch bis er sich ans erste Kapitel machte, gingen noch Jahre ins Land. Erst als sein Enkel geboren wurde – er ist jetzt fast drei –, begann er, sein lang gehegtes Vorhaben in die Tat umzusetzen, sagte sich: wenn nicht jetzt, wann dann?

Erscheinen soll sein zweiter Roman im kommenden Jahr, wieder im Oscherslebener Dr. Ziethen Verlag. Kartengestaltung und diesmal auch Illustrationen kommen von Heike Wolff; mit der freischaffenden Künstlerin aus Molmerswende arbeitete er schon bei seinem Erstlingswerk zusammen, für das er reichlich positives Feedback bekommen hat. „Mit der groben Durchsicht bin ich durch“, sagt Hauf über Buch Nummer zwei. Aber nicht nur damit. Auch am ersten Kapitel des zweiten „Bündnis“-Bandes hat er schon geschrieben. Die Ideen wollten halt raus. Und eine weitere Idee, die will er vielleicht im nächsten Jahr umsetzen, eine Art Lese-Wanderung. „Ist erst mal nur ein Gedanke, aber da lassen sich ja ein paar Orte finden.“

„Das Bündnis“, Maik Hauf, Dr. Ziethen Verlag, 392 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3862891924

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