Dunklere Hautfarbe pro Deutschlands bekanntesten Neandertaler – Wissenschaft

Das Neanderthal-Museum im Mettmann verpasst seinem wohl bekanntesten Modell eines Urmenschen eine dunklere Hautfarbe. Die Nachbildung eines freundlich lächelnden älteren Neandertalers mit Speer werde am 8. Oktober anlässlich des 25. Jubiläums des Museums gegen ein Modell mit einem dunkleren Teint ausgetauscht, sagte Museumsdirektorin Bärbel Auffermann am Freitag.

Forschungsergebnisse legten die Vermutung nahe, dass die Neandertaler eine dunklere Hautfarbe hatten als die im Museum präsentierten Nachbildungen. Die Archäologin Auffermann stützt sich dabei unter anderem auf Analysen von Paläogenetikern, nach denen zumindest die Menschen der Gattung Homo Sapiens, die vor Zehntausenden Jahren in Europa lebten, noch bis vor 7000 Jahren eine dunkle Haut hatten. Der moderne Mensch habe erst eine hellere Hautfarbe entwickelt, als er sesshaft wurde und mehr Getreide und weniger Fleisch und Fisch aß.

Ständig dem Sonnenlicht ausgesetzt

Ob die dunklere Hauptfarbe auch für die Neandertaler zutrifft, lasse sich aktuell nicht mit Gewissheit sagen. „Allerdings ist ein dunkler Hautton für Menschen, die wie die Neandertaler als Jäger und Sammler lebten, ständig dem Sonnenlicht ausgesetzt waren und zudem viel Vitamin D über die Nahrung aufnahmen, plausibel“, sagte die Museumsdirektorin.

Derzeit zeigt das Museum in seiner Dauerausstellung neun Neandertaler-Rekonstruktionen und fünf weitere Urmenschen. Aus Kostengründen werde auf einen Austausch aller Nachbildungen zunächst verzichtet. „Wir werden uns zunächst mit einer entsprechenden Information zu den Hautfarben der Neandertaler behelfen“, sagte Auffermann.