Drohnenpilot im Dienste welcher Wissenschaft

Er kennt Wind und Wetter – und weiß, welche Daten die Archäologie braucht. Matthias Kucera betrachtet mit seinen Fluggeräten Kulturschätze aus der Vogelperspektive. Der erste große Einsatz fand kürzlich im steirischen Piber statt.

Das beste Gefühl für die Luft bekommt man mit Flächenflugzeugen“, sagt Matthias Kucera. Er hat es früh gelernt. Schon als Kind habe er dabei gemeinsam mit seinem Vater unzählige Modellflugzeuge geschrottet, erzählt er schmunzelnd. Der 47-Jährige begleitet heute die Erkundungen des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie (LBI ArchPro) als Drohnenpilot. „Es ist ein unglaubliches Gefühl, durch die Aufnahmetechnik einer Drohne eine Perspektive zu bekommen wie ein Vogel“, sagt der promovierte Physiker.

Das erlebte er erst kürzlich, als das Forschungsteam des LBI ArchPro gemeinsam mit Wissenschaftlern der Uni Wien über die Wintermonate damit begann, das Lipizzanergestüt im steirischen Piber digital zu erfassen. Mittels Laserscans, Fotografien und Filmen werden die historischen Bauwerke und die Landschaft rund um das Gestüt vom Boden aus und aus der Luft digital vermessen. Sie sollen so bewahrt, aber auch breit zugänglich gemacht werden. Der mit zwei Kameras und einem Laserscanner bestückte Ricopter – eine Drohne mit acht Rotoren – sei dabei wohl komplexeste Messsystem, so Kucera.

Berlin Ernachrichten