Down Under kmpft gegen Delta-Variante: Wissenschaft schlgt Warnsignal

  • Fallzahlen in Australien steigen wieder 
  • Delta-Variante als Hauptursache
  • Delta-Varainte knnte sich auch im Freien vermehrt ausbreiten
  • Wird die geringe Impfquote in Australien zum Problem?

Whrend das Coronavirus in ganz Europa in den letzten eineinhalb Jahren hohe  Opferzahlen und Einschrnkungen einforderte, blieb eine abgelegene Region im  Indischen Ozean weitestgehend verschont von der Pandemie. Die Rede ist von Australien, das durch konsequente und frhzeitige  Ein- und Ausreisebeschrnkungen fr lange Zeit sehr geringe Coronafallzahlen halten konnte. Doch nun scheint die Erfolgsserie vorbei zu sein, denn seit mehreren Wochen steigen die Zahlen wieder an und sorgen fr lange und harte Lockdowns im ganzen Land.

Corona in Australien: Fast ideal durch die Pandemie dank No-Covid-Strategie?

Die Pandemiehandhabung in Australien ist in der Tat beeindruckend. Am 26.07.2021 verzeichnet das Land laut corona-in-zahlen.de gerade einmal um die 33.000 Coronaflle. Zur Erinnerung: Deutschland hatte  im Dezember bis zu 36.000 neue Flle pro Tag. Auch die Todesflle fallen in Australien vergleichsweise gering aus. Wie der Deutschlandfunk berichtet,  liegen diese bei insgesamt rund 900 Todesfllen. Um zu verstehen, weshalb die Zahlen nun in Australien ansteigen ist es wichtig, das vorherige Erfolgsrezept zu kennen.

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Dieses bestand und besteht in der sogenannten “No-Covid-Strategie”, sprich der Zielsetzung von null Neu-Infektionen, um die Ausbreitung des Virus im Keim zu ersticken. Dafr hat Australien durch seine abgelegene Lage gute Grundvoraussetzungen. Obendrauf wurden sehr restriktive Ein- und Ausreisebestimmungen verhngt, was Australien insgesamt stark isoliert und das Land in weiten Teilen unabhngig von der Coronapolitik anderer Lnder macht. 

Neue Ausbrche oder Coronaflle werden somit mit kurzfristigen, harten Lockdowns gehandhabt. Das ffentliche Leben wird fr ein paar Tage stark heruntergefahren und sobald die Infektionsketten gestoppt wurden, wird es wieder gestartet. Die Strategie stt in Australien auf groe Zustimmung. Nach Angaben des Deutschlandfunks befrworten rund 75-80 Prozent der Australier*innen das No-Covid-Konzept.  Doch wenn der Lockdown nicht ein paar Tage, sondern mehrere Wochen anhlt, kann die Toleranz auch schnell kippen. Und die Delta-Variante knnte eine echte Herausforderung darstellen.

Delta-Variante breitet sich leichter aus und ist schwerer nachzuverfolgen

Fnf Wochen soll der Lockdown in Sydney inzwischen anhalten, wie der Deutschlandfunk berichtet. Anfang Juli steckte laut Informationen der Tagesschau jeder Zweite in Australien im Lockdown.  Die alten Mittel scheinen nun zu schwcheln. Als besonders entscheidend fr die neuen Umstnde gilt die Delta-Variante. Raina MacIntyre, Epidemiologin  an der University of North South Wales, sieht die vereinfachte Ausbreitung des Virus als Ursache fr die Lage.

In  “The Conversation” schreibt sie: “Es (Delta) hat Mutationen, die es ansteckender als Alpha machen und die Immunitt, die durch Impfstoffe verliehen wird, besser umgehen knnen”. Allein die ausgestoene Virusmenge ist laut einer von ihr genannten Studie bis zu 1000-mal hher als beim ursprnglichen Coronavirus. MacIntyre verweist auerdem auf eine Studie, die doppelt so hohe Krankenhauseinweisungen und Todeszahlen bei der Delta-Variante, verglichen mit anderen Varianten, nahelegt. 

Sie stellt generell fest, dass der Zeitraum zwischen der Exposition zu dem Virus und der Infektion mit diesem bei der Delta-Variante erheblich krzer ausfllt.  Das Redaktionnetzwerk Deutschland  (RND) berichtet, dass es in einzelnen Fllen sogar zu einer Infektion und Ansteckungsfhigkeit innerhalb von 24 Stunden gekommen ist. Das stellt die Behrden vor erhebliche Probleme, denn die Kontaktnachverfolgung, die einen elementaren Baustein der No-Covid-Strategie ausmacht, wird folglich erschwert.

Delta-Variante knnte sich im Freien bertragen

Darber hinaus knnte eine bertragung der Delta-Variante im Freien mglich sein. Harvard Professor Eric Feigl-Ding hlt dies aufgrund der hohen Virenlast der Deltavariante nicht fr unwahrscheinlich. Das RND fhrt seine Sorgen zum Teil auf einen Vorfall zurck, bei dem sich mehrere Menschen ohne direkten Kontakt in einem Caf im Freien infiziert haben sollen.

Wie auch in Deutschland spielt auerdem auch in Australien die Impfquote in der Bevlkerung eine entscheidende Rolle fr die Ausbreitung des Virus. Nach Zahlen des RND liegt die Anzahl der vollstndig geimpften Menschen in Australien gerade einmal bei 13 Prozent und bietet somit einen Nhrboden fr die  Ausbreitung der Variante. Gerade durch die No-Covid-Strategie droht die Katze sich hierbei selbst in den Schwanz zu beien: Die konstant geringen Infektionszahlen knnten die Notwendigkeit einer Impfung herunterspielen.

Wie es mit Australien nun weitergeht, ist noch unklar, allerdings melden  manche Wissenschaftler bereits Bedenken an. In der Tagesschau wird  Tim Soutphommasane  mit den Worten zitiert: “Australien als Covid-freies Paradies ist eine Illusion. Vielleicht ist es sogar eine Fantasie.” Denn ewig kann die Lage nicht anhalten, wenn Australien sich nicht fr immer abschotten mchten. Es muss also eine Option gefunden werden, bei der die Coronaflle wieder niedrig gehalten werden und sich Australien dennoch mit der Zeit wieder gegenber der restlichen Welt ffnen kann. Diesen Mittelweg zu finden wird vermutlich die groe Herausforderung fr die australische Regierung darstellen.

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