„Dies Gefährlichste an Wissenschaft ist welcher Mensch“

ASCHACH. Der Aschacher Paul Lung legt als sein zweites Werk einen Thriller vor. Im Gespräch mit Tips erzählt der junge Autor über seinen Verlag und sein Bild der Zunft.

Tips: Worum geht es in „Regenesis“? Wem können Sie das Buch empfehlen?

Lung: Ich wollte eigentlich einen Science-Fiction-Roman schreiben, habe aber während der Arbeit daran festgestellt, dass die Geschehnisse auch heute schon genauso passieren könnten. Ich würde das Buch Lesern empfehlen, die sich für spannende Geschichten mit Bezug zu Gesellschaft und Technologie begeistern können. Es geht um die Entführung eines achtjährigen Jungen in China, und was ein Hacker-Angriff auf ein französisches Forschungslabor damit zu tun haben könnte.

Tips: Die Themen Gentechnik und Globalisierung tauchen oft im Buch auf, warum liegt der Fokus auf dieser Thematik?

Lung: Ich habe mich bei privaten Recherchen intensiv mit der Technik von Genscheren auseinandergesetzt. Diese Technologie macht derzeit große Fortschritte, aber wir wissen noch nicht genau, was wir damit anrichten. Dieses Thema wollte ich im aktuellen global vernetzten System darstellen.

Tips: Wie funktioniert die Recherche?

Lung: In diesem Fall hat die Recherche zum Buch geführt, ich habe begonnen, mich mit der Technologie zu beschäftigen und die Idee zur Geschichte kam dann ganz von selbst. Nachdem ich den Geschichtsbogen skizziert habe, beginnt das Schreiben.

Tips: Einleitend steht im Buch: „Das Gefährliche an Wissenschaft und Technologie ist ausschließlich der Mensch“. Was meinen Sie damit?

Lung: Das ist ein Zitat von mir selbst, ich finde es trifft den Kern des Buches. Technologie ist nicht per se schlecht, sie kann nur für gute und schlechte Taten eingesetzt werden. Es zählt, was der Mensch mit ihr macht.

Tips: Was sind die Herausforderungen beim Schreiben?

Lung: Die größte Herausforderung ist es Bilder im Kopf der Menschen zu erzeugen. Nur mithilfe von Buchstaben sollen dabei Bilder entstehen. Mir ist es wichtig, den Leser komplett ins Geschehen mitzunehmen.

Tips: Wie würden Sie Ihr eigenes Zukunftsbild beschreiben?

Lung: Ich bin der Meinung, man muss die Vergangenheit verstehen, um die Zukunft zu begreifen. Der Mensch hat bislang Technologie immer auch missbraucht, das wird also auch weiterhin passieren.

Tips: Sie haben selbst einen Verlag gegründet, in dem das Buch erschien. Wie kam es dazu?

Lung: Ich war in einem anderen Verlag beschäftigt, und habe danach mit drei Kollegen den Hybrid Verlag gegründet. Inzwischen haben wir 20 Menschen, die innerhalb des Verlags beschäftigt sind, viele unserer Autoren haben bereits mehrmals bei uns publiziert, wir konnten seit 2017 knapp 70 Bücher veröffentlichen.