Die Feuerwehren kommunizieren digital – Wissenschaft und Technologie

Die Freiwillige Feuerwehr in Südtirol hat auf Digitalfunk umgestellt. Die Wehren haben den größten Anteil am Bevölkerungsschutz. Alle 306 Feuerwehren verfügen über Digitalfunkgeräte. Die Agentur für Bevölkerungsschutz verteilt derzeit die restlichen Handfunkgeräte. Am Ende der Umstellung ist es möglich, mit einem einzigen Funkgerät alle Organisationen zu erreichen. Bis jetzt wurden verschiedene Geräte mit verschiedenen Frequenzen verwendet.

Bei den jüngsten Unwettern konnten bereits einige Feuerwehren die Digitalfunkgeräte zu ihrer Zufriedenheit verwenden und haben dort die Vorteile des Digitalfunks nutzen können.

Arnold Schuler, Landesrat für Bevölkerungsschutz  

Geplant sei, in den nächsten Jahren auch die Fahrzeugfunkgeräte bei den Feuerwehren auszutauschen und den Funkgerätebestand komplett auf Digitalfunk umzustellen, sagte Zivilschutzlandesrat Arnold Schuler und auch die Gemeinden sollen mit der Technologie auszustatten werden.

Direkte Kommunikation zwischen Einsatzkräften verschiedener Organisationen

Das Tetrafunknetz in Südtirol besteht mittlerweile aus 115 Basisstationen. Sobald alle Einsatzorganisationen dieses System nutzen, kann jeder Nutzer mit einem einzigen Funkgerät mit allen Rettungsorganisationen kommunizieren. Bis jetzt wurden verschiedene Geräte mit verschiedenen Frequenzen verwendet. Mit dem neuen System kann eine direkte Kommunikation zwischen den Einsatzkräften verschiedener Organisationen erfolgen: Feuerwehr, Sanität, Bergrettung können den Einsatz schneller und einfacher abstimmen, was besonders bei der Rettung von Menschen von grundlegender Bedeutung ist. Die Nutzung eines einheitlichen Tetra-Netzwerkes für alle Funkanwendungen senkt zudem erheblich die Wartungskosten.

Tetra (Terrestrial Trunked Radio) ist ein öffentlicher Standard für digitalen Bündelfunk und weltweit die meistverwendete Technologie für Funkkommunikation im Bereich Zivilschutz und Sicherheitsbehörden. Wie jedes Mobilfunknetz ist auch ein Tetra-Netz zusammengesetzt aus Vermittlungen, Basisstationen und Servern. Die Basisstationen kommunizieren mittels Radiosignalen in der Luft mit den Tetra-Funkgeräten. Im Gegensatz zu einem Mobilfunknetz wurde Tetra besonders für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben entwickelt. Das digitale System garantiert die landesweite Verfügbarkeit, Verlässlichkeit und Vertraulichkeit durch Verschlüsselung. Die Sendeleistungen der Basisstationen wurden so gering wie möglich gehalten. Bei Antennenmasten ab 20 Metern Höhe ist die Strahlenbelastung der Tetra-Technologie am Fuße des Masts äußerst gering und bedeutend unter dem zulässigen Grenzwert.

(et/rd)