Die aktuellen Maßnahmen in NRW gen verdongeln Blick

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Erstellt: 17.11.2021Aktualisiert: 17.11.2021, 22:11 Uhr

Von: Hannah Decke

Neue Corona-Regeln für NRW: Die Landesregierung hat kürzlich die Schutzverordnung aktualisiert. Bald sollen aber noch härtere Maßnahmen folgen.

Hamm – Schon seit über anderthalb Jahren gelten Regeln im Kampf gegen das Coronavirus*. Lange Zeit befanden wir uns im Lockdown, der Alltag in Nordrhein-Westfalen war weitestgehend lahmgelegt. Dann kehrte das öffentliche Leben schrittweise zur Normalität zurück, die Maßnahmen waren aber zum Teil sehr diffus. Mit sinkenden Infektionszahlen, höherer Impfquote und der Einführung der 3G-Regelung wurden die Corona-Maßnahmen stark vereinfacht.

Bundesland Nordrhein-Westfalen
Hauptstadt Düsseldorf
Einwohner 17,9 Millionen

Corona-Regeln in NRW: Neue Schutzverordnung – was jetzt gilt

Die Corona-Schutzverordnung für Nordrhein-Westfalen umfasst mittlerweile nur noch neun Seiten. Zum Vergleich: Im Juni 2021 hatte die Landesregierung eine Fassung über 37 Seiten erlassen. Mit den aktuell steigenden Corona-Zahlen in NRW ist die Schutzverordnung überarbeitet worden – zunächst nur in zwei Bereichen.

Diese Änderungen gelten seit dem 10. November:

  • Das negative Ergebnis eines Corona-Schnelltests für Personen, die weder geimpft noch genesen sind, darf höchstens 24 Stunden alt sein. Gleiches gilt für einen negativen PCR-Test. Bislang durften die Tests höchstens 48 Stunden zurückliegen.
  • Karnevalsveranstaltungen und „vergleichbare Brauchtumsveranstaltungen“ mit Mitsingen, Schunkeln oder Tanzen in Innenräumen unterliegen der „3Gplus-Regelung“, wie sie auch für Clubs und Tanzveranstaltungen gilt. Personen ohne Immunisierung müssen einen höchstens sechs Stunden alten Schnelltest oder einen höchstens 24 Stunden zurückliegenden PCR-Test vorweisen. Ausdrücklich erlaubt ist in der neuen Verordnung Schunkeln ohne Maske.

Bald sollen die Corona-Regeln in NRW noch weiter verschärft werden. Hendrik Wüst kündigte die 2G-Regel und weitere Verschärfungen an. Wann sie in Kraft treten, ist noch nicht klar.

Welche Corona-Maßnahmen gelten bis dahin in NRW? Der allgemeine Überblick:

Corona-Regeln in NRW: 3G-Regel beim Friseur, im Restaurant und in Pflegeheimen

Seit August gilt in Nordrhein-Westfalen in vielen Bereichen die sogenannte 3G-Regel. Zunächst war sie an eine Inzidenz von 35 oder mehr geknüpft. Mittlerweile ist dieser Passus gestrichen worden – die Inzidenzwerte in den einzelnen Kommunen liegen sowieso schon lange über diesem Wert. Zudem soll sich das Maß der Corona-Regeln nicht mehr nur an der 7-Tage-Inzidenz orientieren.

3G-Regel bedeutet: Geimpft, genesen oder getestet. Gilt diese Regelung, hat nur Zutritt, wer eine Immunisierung oder einen höchstens 24 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen kann. Das gilt unter anderem für:

  • Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime,
  • besondere Wohnformen der Eingliederungshilfe, Unterkünfte für Geflüchtete sowie stationäre Einrichtungen der Sozialhilfe
  • Veranstaltungen, Messen und Kongressen in Innenräumen,
  • Sport in Innenräumen,
  • Innengastronomie (auch in Kantinen und Mensen),
  • körpernahe Dienstleistungen mit Ausnahme von medizinischen oder pflegerischen Dienstleistungen

    Beherbergung,
  • Großveranstaltungen im Freien (mit mehr als 2.500 Personen),
  • touristische Busreisen (Testpflicht für nicht immunisierte Personen bei Anreise und erneut nach jeweils weiteren vier Tagen),
  • Kinder- und Jugend sowie Familienerholungsfahrten von öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe (Testpflicht für nicht immunisierte Personen bei Anreise und erneut nach jeweils weiteren vier Tagen; hier ist ein gemeinsamer beaufsichtigter Selbsttest möglich).

Corona-Regeln in NRW: Besondere 3G-Regel im Club, auf Hochzeits- und Karnevalsfeiern

Eine Besonderheit der 3G-Regelung gilt etwa im Club oder auf Hochzeiten beziehungsweise auf anderen privaten Feiern mit Tanz. Hier schreibt die Corona-Schutzverordnung einen negativen PCR-Test oder einen kurzfristigen Schnelltest, der nicht älter als sechs Stunden ist, vor. Das gilt für:

  • Clubs,
  • Diskotheken und ähnliche Einrichtungen,
  • Tanzveranstaltungen einschließlich privaten Feiern mit Tanz (z.B. auch Hochzeitsfeiern),
  • Karnevalsfeiern in Innenräumen,
  • sexuelle Dienstleistungen.

Wer geimpft oder genesen ist, also als vollständig immunisiert gilt, ist in NRW vollständig von der Testpflicht befreit.

Die 2G-Regelung ist in Nordrhein-Westfalen noch nicht umgesetzt worden. Aber: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst will bald auch die 2G-Option in NRW – vor allem im Freizeitbereich.

Corona-Regeln in NRW: Hier gilt noch Maskenpflicht

Die Maskenpflicht in NRW ist zuletzt stark gelockert worden. In manchen Bereichen des Alltags muss aber noch ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden – und zwar von jedem, auch von Geimpften und Genesenen. Die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske gilt grundsätzlich:

  • im öffentlichen Personennahverkehr,
  • im Handel,
  • in Innenräumen mit Publikumsverkehr,
  • für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen.

Dabei gibt es aber Ausnahmen, die in § 3 (2) der Corona-Schutzverordnung aufgelistet werden. Dazu zählen unter anderem private Treffen in Privaträumen und Sitzplätze im Restaurant.

Die Maskenpflicht im Freien ist zum Oktober 2021 gekippt worden. Die Landesregierung empfiehlt aber weiterhin, in Warteschlangen und Anstellbereichen draußen eine Maske zu tragen.

Corona-Regeln bei Großveranstaltungen in NRW

Lange Zeit waren Großveranstaltungen in NRW verboten. Mittlerweile ist wieder alles erlaubt. Die Obergrenze von 25.000 Zuschauern bei Sportveranstaltungen, Konzerten und Musikfestivals ist vollständig weggefallen.

Die Corona-Regeln haben sich im Laufe des Jahres stark vereinfacht. In den meisten Bereichen sind sie verallgemeinert worden. Eine Übersicht. © Robert Michael/dpa

Auch die relative Obergrenze von 50 Prozent der regulären Zuschauerkapazität bei Veranstaltungen im Freien wurde gelockert. „Hier können nun alle Sitzplätze voll belegt werden, wenn die Veranstalterin bzw. der Veranstalter sicherstellen, dass außerhalb der Plätze Masken getragen werden“, heißt es vom Land NRW.

Corona-Regeln in NRW: Volksfeste und Jahrmärkte dürfen stattfinden

Große Erleichterung gab es in diesem Jahr bei den Kommunen auch mit Blick auf Volksfeste und Jahrmärkte. Solche Veranstaltungen sind erlaubt. Die Landesregierung hat extra dafür einen Leitfaden entwickelt.

So konnte etwa die Allerheiligenkirmes in Soest* unter Auflagen stattfinden. Auf die Kirmes durfte nur, wer eines der drei G nachweisen konnte* – kontrolliert wurde stichprobenartig.

Corona-Regeln in NRW: Keine Maskenpflicht mehr im Unterricht an Schulen

In den Schulen in NRW findet der Unterricht wieder weitestgehend normal statt. Es gilt eine Testpflicht. Drei Mal die Woche werden die Schüler auf Corona getestet. Deshalb gelten sie auch außerhalb der Schule als getestete Personen. Kinder bis zum Schuleintritt sind ohne Schnelltest getesteten Personen gleichgestellt.

Seit dem 2. November gibt es keine Maskenpflicht mehr im Unterricht, solange die Schüler in Klassen- oder Kursräumen auf festen Sitzplätzen sitzen. Die Kinder und Jugendlichen können aber weiterhin freiwillig eine Maske tragen.

Im NRW-Nachbarland Niederlande reagiert man schon mit härteren Regeln auf die angespannte Corona-Lage. *soester-anzeiger.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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