Datensammeln zu Gunsten von die Gesundheit – wissenschaft.de

Schritte zählen, Puls fühlen, Atemfrequenz messen. Für immer mehr Menschen und auch für den Wissenschaftsjournalisten und Neurobiologen Peter Spork gehört das Datensammeln längst zum Alltag. Aber das ist erst der Anfang. Die neue Medizin beachtet allerlei Biomarker, nutzt Informationen aus dem Stoffwechsel oder entschlüsselt das persönliche Erbgut.

Die Systembiologie macht aus dem wachsenden Datenberg eine Wissenschaft. Immer besser gelingt es mit Computerhilfe, die Informationsvielfalt zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. So entsteht laut Peter Spork eine neue Ganzheitlichkeit. Dabei geht es nicht um mehr Leistung oder persönliche Optimierung. Die Systembiologie will Netzwerke verstehen, um mit diesen Erkenntnissen hilfreiche Ratschläge für ein gesundes Leben zu geben. Gesundheit ist dabei nicht allein die Abwesenheit von Krankheit, sondern ein ständiger Prozess, der den Einzelnen an die Herausforderungen des Lebens anpasst.

Schon bald werden viele von uns eine Art Gesundheits-Navi nutzen. Beim Autofahren haben wir uns längst daran gewöhnt, dass uns ein wohlmeinender Computer sagt, wo es langgeht. Bei der Gesundheit steckt diese Art der Fremdbestimmung noch in den Anfängen. Aber sie wird sich durchsetzen. Peter Spork kann es kaum erwarten. Viele seiner Gesundheitstipps lassen sich freilich schon heute umsetzen: mehr Bewegung, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf.    Michael Lange

Peter Spork
DIE VERMESSUNG DES LEBENS
DVA, 336 S., € 24,–
ISBN 978–3–421–04850–9