Dasjenige ist doch illusionär! – Spektrum welcher Wissenschaft

Als absurd in diesem Sinn kann man nun etwa die Allgegenwart von sinnlosem Leiden und Tod betrachten. Aber Absurdität begegnet uns, wenn wir das Leben so lesen, ganz alltäglich, in Situationen, die man zum Beispiel mit Ausrufen wie »Das ist doch ein Witz!« kommentieren kann. Stellen Sie sich etwa vor, dass Sie in einem Hotel zu Gast sind und Ihr Auto auf dem bewachten Parkplatz abstellen sollen, der leider etwas schwierig anzufahren ist. Jemand vom Personal winkt Sie um mehrere unübersichtliche Ecken in einen Innenhof, hebt fröhlich den Daumen und verschwindet dann. Nur ist der Innenhof zum größten Teil eine Baugrube, und eine Wendemöglichkeit gibt es auch nicht. Das muss doch wohl ein Witz sein? Die Fragen, die Sie sich stellen, finden keine Antwort. Auch das ist schon absurd. (Camus war auch der Meinung, das Absurde könne jedem Menschen »an jeder Straßenbiegung« begegnen.)

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Während Kierkegaard das Absurde und Widersprüchliche als etwas sieht, das man durch einen jenseits der bloßen Vernunft angesiedelten »Sprung« in den (christlichen) Glauben hinein überschreiten und überwinden kann, ist Camus ganz Kind des 20. Jahrhunderts. Er sieht gerade die Auflehnung gegen das Absurde, ohne jeden Ausweg, als frei gewählten Kampf, als Möglichkeit, zu einer erfüllten menschlichen Existenz zu gelangen.

Wie auch immer man die Sache mit dem Absurden angeht: Es dürfte klar geworden sein, dass es bereits aus philosophischen Gründen enge Bezüge zwischen absurdem Humor, religiösem Denken und modernen Formen des Nachdenkens über die menschliche Existenz gibt. Die Verehrung, die heutzutage viele Philosophinnen und Philosophen zum Beispiel dem Humor von Monty Python entgegenbringen, ist daher kein Zufall.