Corona-Weltweite Seuche: Spielen vor dem PC: Musikschüler im Lockdown – Unterhaltung

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Umso wichtiger ist es, diejenigen bei der Stange zu halten, die schon dabei sind. An den mehr als 900 Musikschulen im Verband klappt das ganz gut, sagt Pannes. Mehr als 80 Prozent der Eltern, die ihre Kinder im Einzel- oder Partner-Unterricht angemeldet haben, sind dabei geblieben. Oft haben die Eltern schon seit Jahren die Gebühren für den Unterricht bezahlt. Viele fürchten: Wenn die Kinder jetzt aufhören, fangen sie vielleicht nie wieder an. Dann wären Zeit und finanzieller Aufwand umsonst gewesen.

Motivieren, zum Üben überreden: Das war auch schon vor der Corona-Krise oft Alltag vieler Eltern mit musizierenden Kindern. Nun aber spielen sie oft eine noch größere Rolle. Das ist auch bei Benjamin aus Karlsruhe so. Ein Problem mit der Motivation hat er zwar nicht. Dennoch ist er froh, dass seine Mutter auch Geige spielt und ihm manchmal helfen kann. “Zum Beispiel wenn meine Geige gestimmt werden muss”, erklärt er.

“Ohne die Eltern geht gerade eigentlich nichts”, findet Sarah Leuchter. Die Mutter aus Köln hat ihre fünfjährige Tochter vor einigen Monaten zur musikalischen Früherziehung angemeldet. Beim digitalen Unterricht ist sie immer mit dabei. Singt die Lehrerin im Bildschirm etwas vor, schalten Eltern und Kinder auf der anderen Seite ihre Mikrofone stumm und singen jeder für sich mit. “Ein Miteinander ist das natürlich nicht wirklich. Aber es ist besser als nichts”, sagt Sarah Leuchter.

“Eine Struktur im Tag zu haben und eine regelmäßige wie kreative Beschäftigung sind besonders in diesen Zeiten für Kinder und Jugendliche wohltuend”, sagt auch Pannes. Wie motiviert und konsequent die Kinder dabei bleiben, hänge vor allem von der Situation ihrer Familien ab, meint Pannes. “Wie sind die Tage in den Familien organisiert? Wie belastet sind die Eltern mit ihrer Arbeit? Welche Sorgen gibt es vielleicht in der Krise?” Er wünscht sich, dass beim Thema Öffnungen Musikschulen und Schulen gleichberechtigt behandelt werden. “Bildung ist mehr als Schule”, sagt er.

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