Corona-Studie in Hauptstadt der Niederlande: Party mit reichlich 1000 Menschen für jedes die Wissenschaft – Panorama

Dicht an dicht gedrängte Menschen bei einem Konzert. Die Bilder aus Amsterdam wirken wie aus einer anderen Zeit. Foto: AFP/KOEN VAN WEEL

1300 Menschen tanzen ausgelassen zur Musik, teils ohne Masken. Was normalerweise zu Ärger mit der Polizei führen würde, war in Amsterdam legal – denn es ging um eine wissenschaftliche Untersuchung.

Amsterdam – Nach fast einem Jahr Corona-Pandemie gab es am vergangenen Samstag in Amsterdam wieder ein Stück Normalität. 1300 Menschen tanzten ausgelassen zur Musik von drei niederländischen DJs im Ziggo Dome. Das Konzert war allerdings keine Unterhaltungsveranstaltung im eigentlichen Sinne, sondern Teil einer Untersuchung über die Verbreitung von Aerosolen bei Großveranstaltungen, wie der britische „Guardian“ berichtete.

Die Veranstalter teilten die Teilnehmer dabei in fünf Gruppen auf, welche untereinander keinen Kontakt hatten. Diese Gruppen mussten sich dann während des Konzerts an unterschiedliche Regeln halten. Ein Teil wurde aufgefordert, über die gesamte Dauer des Konzertes eine Maske zu tragen. Eine andere Gruppe musste die Maske nur aufsetzen, wenn sie in Bewegung waren. Eine weitere Gruppe wurde aufgefordert, möglichst laut mitzusingen.

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Um eine Ansteckung bei dem Konzert zu vermeiden, mussten alle Teilnehmer einen negativen Corona-Test vorweisen. Fünf Tage nach der Veranstaltung sollen sich die Teilnehmer noch einmal testen lassen. Teilnehmer für die Studie waren natürlich leicht zu finden. Die 1350 Tickets waren nach 20 Minuten ausverkauft.

Für den niederländischen DJ Feldt, der bei der Veranstaltung auflegte, war die Party unter wissenschaftlicher Aufsicht ein Hoffnungsschimmer. „Ich sehe Licht am Ende des Tunnels“ sagte er im „Guardian“. „Ich glaube, es gibt viele Signale, dass wir hoffentlich ein paar mehr Partys im Sommer sehen werden.“

Auch in Deutschland gab es schon Studien, welche die Ansteckungsgefahr bei Konzerten untersuchte. Im vergangenen Sommer veranstaltete die Universität Halle/Saale ein Konzert mit dem Pop-Sänger Tim Bendzko, wobei unterschiedliche Hygienekonzepte untersucht wurden. Die Ergebnisse zeigten, dass Großveranstaltungen unter bestimmten Bedienungen auch in einer Pandemie möglich sind.

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