Chemie-Nobelpreisträgerin Charpentier in Päpstliche Hochschule jener Wissenschaften ernennen

Emmanuelle Charpentier, Direktorin der Berliner Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft der Pathogene und Chemie-Nobelpreisträgerin, ist von Papst Franziskus in die Päpstliche Akademie der Wissenschaften berufen worden. Das Oberhaupt der katholischen Kirche ernannte die französische Mikrobiologin zu einem gewöhnlichen Mitglied, teilte der Heilige Stuhl am Dienstag mit.

Die Wissenschaftlerinnen und Experten der Akademie beraten den Papst. Sie dient nach Vatikan-Angaben dazu, den Fortschritt in den Naturwissenschaften voranzutreiben und für einen Austausch zwischen Glauben und Wissenschaft zu sorgen.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) gratulierte der Wissenschaftlerin: “Die Berufung in die Päpstliche Akademie der Wissenschaften durch Papst Franziskus stellt für die mit vielen Ehrungen ausgezeichnete herausragende Forscherin Emanuelle Charpentier ohne Zweifel eine besondere Würdigung dar.”

Die Berufung sei in diesem Jahr bereits die dritte aus der Region, hieß es in einer Mitteilung der Senatskanzlei weiter. Demnach habe das Oberhaupt der katholischen Kirche in 2021 bereits Jutta Allmendinger (Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung) und Klimaforscher Ottmar Edenhofer (Direktor des Potsdamer Instituts für Klimaforschung und Professor an der Technischen Universität Berlin) in das Gremium berufen.

Emmanuelle Charpentier gründete 2018 die Max-Planck-Forschungsstelle und leitet sie seitdem. Das Institut forscht zu Pathogenen, also Bakterien und Viren. Die Experten betrachten dabei die Regulationsmechanismen in Prozessen der Infektionen und Immunität.

Charpentier erhielt 2020 von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften den Chemie-Nobelpreis für die Mitentwicklung der Genschere Crispr/Cas9.