CATL lizenziert Cell-to-Pack-Technologie an Hyundai Mobis

CATL lizenziert seine 2019 vorgestellte Cell-to-Pack-Technologie an den südkoreanischen Zulieferer Hyundai Mobis. Im Zuge der Vereinbarung wird der chinesische Batteriehersteller Hyundai Mobis bei der Lieferung von CTP-Produkten nicht nur in Südkorea, sondern weltweit unterstützen.

Die Grundidee von Cell-to-Pack-Batterien geht schon aus deren Name hervor: Die Zellen werden direkt in den Batteriepack integriert. Bislang werden die Zellen zunächst in Modulen verbaut, die Module wiederum werden zu den vollständigen Batteriepacks kombiniert. Der Zwischenschritt der Module soll mit der neuen Technologie entfallen. CATL hatten seine Entwicklungspläne auf Basis dieses Ansatzes bereits 2019 auf der IAA vorgestellt. Wenige Wochen später wurde publik, dass die Zellen erstmals im BAIC-Modell EU5 zum Einsatz kommen würden. Auch bei einem Auftrag des niederländischen Nutzfahrzeugherstellers VDL 2020 ging es bereits um Batterien mit Cell-to-Pack-Aufbau.

In einer knappen Mitteilung zur Lizenzierung der Technologie an Hyundai Mobis heißt es nun, dass CATL dem zum Hyundai-Konzern gehörenden Zulieferer nicht nur als Lizenzgeber, sondern auch als Partnerunternehmen bei der Einführung der CTP-Technologie in Südkorea und weltweit unterstützen werde. Der Ansatz werde „die Energiedichte des Systems verbessern, die Herstellung vereinfachen und Kosteneinsparungen erzielen“, teilt CATL mit.

Für welche Anwendungen Hyundai Mobis Cell-to-Pack genau anwenden will, geht aus der Pressenotiz nicht hervor. Erst diese Woche hatte das Unternehmen eine Skateboard-Plattform für Elektroautos auf Basis von sogenannten E-Corner-Modulen angekündigt. Letztere integrieren die Lenk-, Brems-, Federungs- und elektrischen Antriebssysteme in einem Rad, was die Plattform mit Blick auf den Radstand besonders flexibel und die Räder an sich um 90 Grad drehbar machen soll. Denkbar ist durchaus, dass CATLs Cell-to-Pack-Batterie-Ansatz ebenfalls für die für 2023 angekündigte Plattform gedacht ist.

In der offiziellen Mitteilung belassen es CATL und Hyundai Mobis bei allgemeinen Formulierungen: Man werde gemeinsam an der Entwicklung hochwertigerer Produkte für den globalen Markt für Elektrofahrzeuge arbeiten, heißt es darin. CATL bezeichnet die Partnerschaft als neue Form der internationalen Technologiekooperation in der Branche, dank der möglich werde, die Verbreitung der eigenen innovativen Batterietechnologie weltweit voranzutreiben.

Eckdaten zu seiner CTP-Technologie machte CATL bereits 2019 publik. Demnach soll der Ansatz die massenbezogene Energiedichte um 10 bis 15 Prozent und die volumenbezogene Nutzungseffizienz um 15 bis 20 Prozent erhöhen. Bei gleichem Batterie-Bauraum soll also mehr Energie gespeichert werden können, dabei wird die Batterie auch leichter. Es sollen auch 40 Prozent weniger Bauteile benötigt werden.

Auf ein Batteriepack bezogen bedeuten diese Verbesserungen eine Energiedichte von 200 Wh/kg anstelle von aktuell 180 Wh/kg. Auf Ebene der Batteriezelle hatte CATL 2019 nach eigenen Angaben bereits eine Energiedichte von 240 Wh/kg erreicht. Als Ziel für 2024 nannte das Unternehmen seinerzeit eine Energiedichte von 350 Wh/kg – gab dabei allerdings nicht an, ob es sich dabei um die Energiedichte eines Batteriepacks oder eine Batteriezelle handelt.

Unterdessen hat der chinesische Batteriezellhersteller im August 2020 bekannt gegeben, die „Cell-to-Pack“-Technologie noch einen Schritt weiter treiben zu wollen – und zwar in Form eines Ansatzes namens „Cell-to-Chassis“. Die Batteriezellen sollen dabei direkt in das Chassis von Elektroautos integriert werden, womit nicht nur auf die Module, sondern auch auf die Packs verzichtet werden könnte.
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