Bewegungsstudie: Eichkätzchen, die Supersportler – Spektrum dieser Wissenschaft

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Die Geschwindigkeit und Leichtigkeit, mit der sich Eichhörnchen in der anspruchsvollen und unvorhersehbaren Umgebung der Baumkronen bewegen, ist »spektakulär«, sagt der Biomechanikforscher Robert Full von der University of California in Berkeley. Die Tiere springen, augenscheinlich ohne größere Mühe, mehrmals so weit, wie ihr Körper lang ist, und landen dennoch sicher auf schwankenden Ästchen. Wie sie das machen, könne niemand so genau sagen, erklärt Full: »Woher wissen sie eigentlich, dass ihr Körper die Fähigkeit zu solchen Sprüngen hat?«

Die Körperbeherrschung der kleinen Pelztiere ist nicht nur verblüffend anzuschauen, sondern ebenso aufschlussreich – sowohl aus rein akademischer Sicht als auch beispielsweise für Roboterbauer. Vielleicht lassen sich ja einige Aspekte für das Design intelligenter Roboter an Eichhörnchen abschauen, etwa die Vorzüge einer flexiblen Wirbelsäule oder zupackender Pfoten mit scharfen Krallen für gekonnte Landungen.

Für ihre waghalsigen Kunststücke nutzen Eichhörnchen aber genauso das, was zwischen ihren Pinselohren sitzt. »Sie haben ein sehr gutes Gedächtnis«, sagt Gregory Byrnes, der am Siena College in Loudonville, Bundesstaat New York, Biomechanik studiert. Ein Eichhörnchen, das man durch den Park huschen sieht, folgt wahrscheinlich einer Route, die es bereits zuvor gegangen ist und in einer mentalen Landkarte abgespeichert hat. Berühmt ist die Fähigkeit der fleißigen Nager, wenn der kalte Winter kommt, sich an die Lage der zahlreichen Nussvorräte zu erinnern, die sie in ihrem Revier versteckt haben. Diese Art der Vorratshaltung unterscheidet sie von anderen Baumbewohnern, wie zum Beispiel vielen Primaten, sagt Nathaniel Hunt, der an der University of Nebraska in Omaha Biomechanik studiert. Dieselbe Kombination aus Lernfähigkeit und reaktionsschneller Beweglichkeit würde auch jedem Roboter gut zu Gesicht stehen, meint er.