Beobachtungstipp: Transatlantische Schattenjagd – Spektrum welcher Wissenschaft

Stationen in Nordamerika und in ganz Europa werden diese Sternbedeckung verfolgen. Die IOTA/ES (International Occultation Timing Association – European Section) ruft alle Beobachtungsstationen auf, sich an der Kampagne zu beteiligen.

Der Himmelskörper (84522) 2002 TC302 ist ein transneptunisches Objekt und zieht damit außerhalb des Orbits von Neptun seine stark exzentrische Bahn im Kuipergürtel um die Sonne. Mit dem Weltraumteleskop Spitzer wurde sein Durchmesser zu mehr als 1100 Kilometer berechnet. Damit war 2002 TC302 zeitweise ein Kandidat für den Status eines Zwergplaneten. Messungen mit dem Weltraumteleskop Herschel ergaben jedoch später einen geringeren Durchmesser von nur etwa 580 Kilometern.

Eine Sternbedeckung durch 2002 TC302 wurde im Januar 2018 erfolgreich in Europa beobachtet und bestätigte den geringeren Wert des Durchmessers. Allerdings ist es auch gut möglich, dass 2002 TC302 von einem Satelliten in einem engen Orbit umkreist wird und deshalb die gemessenen Durchmesser variieren. Zudem lässt sich nicht ausschließen, dass zwei Objekte um einen gemeinsamen Schwerpunkt kreisen. Es gibt noch viele Fragen zu klären. Eine detaillierte wissenschaftliche Veröffentlichung über 2002 TC302 von einer Forschungsgruppe um J. L. Ortiz ist für alle Interessierten zugänglich.

Die Sternbedeckung am 11. November 2021

Am frühen Morgen des 11. November bietet sich die ausgezeichnete Gelegenheit, mehr über dieses interessante Objekt zu erfahren. Gegen 03:51 Uhr MEZ bedeckt der Himmelskörper den 11,7 mag hellen Stern UCAC4 616-007599 im Sternbild Dreieck. Dabei wird eine maximale Bedeckungsdauer von 21 Sekunden erwartet, die kombinierte Helligkeit von Stern und Asteroid nimmt im Fall einer Bedeckung um 8,6 mag ab. Nach der Pfadberechnung von Steve Preston (IOTA) mit Daten von JPL Horizons und dem Gaia-EDR3-Katalog der ESA erstreckt sich der fast 600 Kilometer breite Pfad im deutschsprachigen Raum über Österreich, der Schweiz und den Süden Deutschlands. Die Pfadunsicherheiten sind groß und decken ganz Deutschland ab.

© Oliver Klös, IOTA/ES; Daten: JPL Horizons, Gaia EDR3 (Ausschnitt)

Der Schattenpfad des Transneptunobjekts 2002 TC302 | Die Vorhersage des Schattenpfads von (84522) 2002 TC302 über dem deutschsprachigen Raum. Auf der Zentrallinie, welche die Schweiz kreuzt, ist die Wahrscheinlichkeit für eine positive Beobachtung derzeit rund 38 Prozent. An den Pfandgrenzen (breite grüne Linien) sinkt sie auf 34 Prozent ab. Selbst an den rot gestrichelten 1-Sigma-Fehlergrenzen, die südliche geht über Spanien, liegt die Erfolgsquote immer noch bei 13 Prozent. Es lohnt sich somit, überall im deutschsprachigen Raum die Sternbedeckung zu verfolgen. Irgendwo innerhalb dieser roten Fehlergrenzen findet die Bedeckung mit einer Wahrscheinlichkeit von 68 Prozent statt.

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