Bayerische Wirtschaft empfiehlt nachhaltigeres Konstruieren

Die Baubranche hat sich während der Corona-Pandemie als Stütze der Konjunktur erwiesen. Im vergangenen Jahr erreichte das Bauhauptgewerbe mit einem Umsatz von 100 Milliarden Euro ein neues Allzeithoch. Es gibt aber auch große Herausforderungen, die das Bauen und Planen in Zukunft mit sich bringen. Der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft empfiehlt auf Grundlage einer aktuellen Studie, dass das Bauen in Deutschland kostengünstiger, bedarfsgerechter und nachhaltiger werden sollte.

Baubranche im Wandel

Die Baubranche wird immer digitaler und muss sich mehr denn je Gedanken zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz machen. Denn, so der Zukunftsrat der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft: der Bau und Betrieb von Gebäuden sei für etwa 40 Prozent der deutschen Treibhausemissionen verantwortlich. Und mehr als drei Viertel der Wohngebäude in Bayern sind bereits älter als 30 Jahre.

Um den Gebäudebestand von heute an die Anforderungen von morgen anzupassen seien massive private und öffentliche Investitionen erforderlich. Für die Transformation zu einem klimaneutralen Gebäudebestand müsse in den kommenden 30 Jahren in Deutschland mit zusätzlichen Kosten von fast 370 Milliarden Euro gerechnet werden, so der Vorsitzende des Zukunftsrats der Bayerischen Wirtschaft, Wolfram Hatz.

Rohstoffe effizienter verwenden, Kreislaufwirtschaft stärken

Zu den großen Herausforderungen gehöre auch eine effizientere Verwendung von Rohstoffen sowie eine bessere Kreislaufwirtschaft. Denn auch am Bau würden Ressourcen immer knapper und damit teurer. Gleichzeitig seien die vorhandenen Bauwerke ein riesiges Rohstofflager. Bei Abriss oder Umbauten werde deshalb das Recycling von Baumaterialien immer wichtiger.

Digitalisierung von Gebäuden

Auch in der Digitalisierung bestehe großer Nachholbedarf. Um effizienter Planen und sanieren zu können, müssten entsprechende Daten und digitale Abbilder zu Gebäuden vorhanden sein. Möglichst über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg. Nur so könne man den Bauzustand und die Qualität der Bausubstanz schnell und effizient erfassen, um bei einer Sanierung das Beste zu erreichen. Eine zunehmende Automatisierung am Bau könne zudem helfen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Ländlicher Raum wird attraktiver

Arbeiten und Wohnen verschmelzen seit der Corona Krise zunehmend. Nach Einschätzung des Zukunftsrats der Bayerischen Wirtschaft profitiert davon besonders der ländliche Raum. Immer mehr junge Familien ziehe es aufs Land. Gleichzeitig müsse das Wohnen dort bezahlbar bleiben und der Erwerb von Wohneigentum für breite Bevölkerungsschichten weiterhin möglich sein.