Ausbildungsmesse „Dein Tag, Deine Unwägbarkeit – Schule jetzt!“ mit 250 Besuchern

19. November 2021 um 18:02 Uhr


Ausbildungsmesse
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Regionale Betriebe mit Sehnsucht nach Azubis

 Die Ausbildungsmesse „Dein Tag, Deine Chance“ in der 16. Auflage fand unter Corona-Bedingungen statt. Doch für die Wirtschaft ist es besonders wichtig, die Jugendlichen im persönlichen Gespräch für eine Ausbildung zu begeistern.


Die Ausbildungsmesse „Dein Tag, Deine Chance“ in der 16. Auflage fand unter Corona-Bedingungen statt. Doch für die Wirtschaft ist es besonders wichtig, die Jugendlichen im persönlichen Gespräch für eine Ausbildung zu begeistern.
Foto: TV/HANS-KRAEMER

Trier Die 16. Ausbildungsmesse „Dein Tag, Deine Chance – Ausbildung jetzt!“ mit rund 250 Besuchern lässt Betriebe und Jugendliche zusammenkommen.



Geschlossene Schulen, verwaiste Betriebe, wenig persönliche Kontakte: Die Fakten der Corona-Pandemie aus den vergangenen anderthalb Jahren kennt jeder. Welche Folgen die Corona-Pandemie jedoch bislang für ausbildungsinteressierte Jugendliche und potenzielle Arbeitgeber hatte, wird bei der 16. Auflage der Ausbildungsmesse „Dein Tag, Deine Chance – Ausbildung jetzt!“ im Tagungszentrum der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier schnell deutlich: „Alle Betriebe sind froh über die Chance zu persönlichen Kontakten“, sagt Ausbildungsgeschäftsführer Ulrich Schneider.

Zwar ist das Tagungszentrum der Industrie- und Handelskammer bei weitem von den Besucherströmen aus den Vor-Corona-Jahren mit rund 800 Besuchern entfernt. Doch mit rund 250 Besuchern und rund 100 Ausstellern von gut 40 Betrieben sind die Organisatoren des Netzwerks aus IHK, Handwerkskammer, Arbeitsagentur und Trierischem Volksfreund zufrieden. Denn bei den Betrieben spürt man schnell, dass es gar nicht auf die Menge der Besucher, sondern auf die Qualität der Gespräche ankommt. „Wir hatten Gespräche zu Dualem Studium und ein wirklich gutes Ausbildungsgespräch“, sagt Jutta Dick, Leiterin einer DM-Drogeriefiliale in Trier. „Ich könnte noch bis Januar Azubis einstellen und kenne vier Filialen allein in Trier, die in diesem Jahr keinen einzigen gefunden haben. Umso froher bin ich hier zu sein und hoffe darauf, dass die Jugendlichen sich die Betriebe wenigstens angucken“, sagt sie.



Auch für das Holzland Leyendecker in Trier ist es in diesem Jahr nicht gut gelaufen. „Das Jahr 2021 war in der Azubisuche noch schlechter als 2020, und das gilt für alle Ausbildungsberufe“, sagt Ausbildungsleiterin Anke Kießling. Das Unternehmen habe viele Initiativen online, über soziale Medien und eine eigene Azubi-Homepage angestoßen. „Das funktioniert bedingt, ersetzt aber bei weitem nicht das direkte Gespräch“, ist sie überzeugt. Das sieht Stefanie Adam, operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Trier, auch so: „Das A und O ist der persönliche Kontakt. Hier haben die Aussteller den direkten Draht zu den jungen Leuten und die Hemmschwelle auch für die Jugendlichen ist niedriger als im Internet beim Chatten“, sagt sie. Das bestätigt Carl-Ludwig Centner, Ausbildungsgeschäftsführer der Handwerkskammer Trier, für die Betriebe: „Entscheidend ist das Signal, dass Ausbildung noch jetzt und Praktika mit dem Ziel 2022 möglich sind. Die Betriebe wünschen explizit den Kontakt zu den Jugendlichen.“



Darüber freuen sich auch die jugendlichen Messebesucher: „Ich habe schon Praktika bei einem Ingenieur und einem Bestatter gemacht. Vielleicht ist aber auch Mode interessant, wie ich hier bei Modehaus Sinn gesehen habe. Jedenfalls ist es spannend, hier die Vielfalt an Berufen zu sehen“, sagt der 16-jährige Justus Lukas aus Trier. Sein Freund Ronin Neu aus Konz ergänzt: „Es ist toll, dass die Aussteller hier die Einzelheiten der Berufe erklären und man mehr über die Betriebe erfährt.“

Dass die Messe die Orientierung in der Arbeitswelt erleichtern kann, hat Sofia Schratt erfahren. Als ausgebildete Einzelhandelskauffrau bei Möbel Martin in Konz hat sie selbst vor einigen Jahren „Dein Tag, Deine Chance – Ausbildung jetzt!“ besucht: „Ich wusste damals noch gar nicht, in welche Richtung ich wollte. Die Orientierung war jedenfalls sehr wertvoll“, sagt sie.

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