Aktienbörsen: Zahlenfeuerwerk für Pharma und Technologie

China verschärft die Regulierung für den Aktienhandel, was den Anlegern missfällt. Inflations-, Zins und Corona-Ängste bremsten zeitweise. Später sprudelte es erfreuliche Halbjahresgewinne.

Die US-Wirtschaft ist in den ersten Monaten 2021 um 6.5 Prozent gewachsen und zeigt bereits inflationäre Tendenzen. Das sei aber eine Gegenbewegung nach der Corona-Krise. Die US-Notenbank FED bestätigt ihre lockere Geldpolitik. Der Leitzins bleibt unverändert von 0 bis 0.25 Prozent. Frühestens 2023 rechnet die FED mit ersten Anhebungen. Auch andere Notenbanken (EZB, SNB) unterstütze dieses Vorgehen. 

China verschärft die Börsenregeln. Der seit Monaten anhaltende Streit zwischen China und mehreren an Auslandbörsen gehandelten chinesischen Unternehmen hat sich verschärft. Eine strengere Kontrolle dürfte die Kapitalbeschaffung dieser Firmen erschweren. Das sorgte in der Finanzwelt für grossen Unmut.

Der Bundesrat verschiebt weitere Corona-Lockerungen. Die Situation in der Schweiz sei gemäss Bundesrat Berset gut, aber es gebe eine negative Dynamik, auch wegen der Ferienrückkehrer. Infolge der neuen Delta-Variante bestünden Unsicherheiten.

Bei den Währungen war der CHF etwas stärker gegenüber dem USD und vor allem dem EUR. Bitcoins erholten sind markant, nachdem Tesla eine Stelle als Kryptowährungs-Experten ausgeschrieben hatte. 

Unternehmensergebnisse

Besitzer von einigen amerikanischen Aktien sind Glückspilze. Facebook hat im zweiten H1/2021 massiv von steigenden Werbeeinnahmen profitiert. Der Umsatz des weltgrössten Netzwerks kletterte im Jahresvergleich um 56 Prozent auf gut 29 Mrd. USD. Der US-Pharmakonzern Pfizer, der zusammen mit dem deutschen Unternehmen Biontech einen Covid-19-Impfstoff entwickelt hatte, erwartet für 2021 zusätzliche Einnahmen in Höhe von 33.5 Mrd. USD. Das Unternehmen schätzt die Zahl der Auslieferungen auf über 2 Mrd. Impfdosen. Das sind 500 Mio. Dosen mehr als zuvor veranschlagt.

Eine wahre Goldgrube ist die Schweizerische Nationalbank (SNB); sie hat rekordhohe 43.5 Mrd. CHF Gewinn im ersten H1/2021 verdient, insbesondere aus Devisengeschäften und steigenden Aktienkursen.

Nach dem hohen Verlust des Vorjahres macht der Rückversicherer Swiss Re über eine Mrd. CHF Gewinn. Die Fluten des nassen Julis 2021 und Hurrikane könnten die Rechnung allerdings nochmals belasten.

Der Schokoladehersteller Lindt & Sprüngli steigerte in den ersten sechs Monaten des 2021 den Umsatz um 17.4 Prozent auf CHF 1.8 Mrd. CHF. Goldene Osterhasen sind in Zukunft in der EU patentgeschützt. Die Namenaktie ist mit über 100‘000 CHF die teuerste bzw. schwerste Aktie am Schweizer Markt.

Die Credit Suisse erwirtschaftete im ersten Halbjahr einen Gewinn von CHF 253 Mio. (minus 78 Prozent). Wegen Verlusten bei Hedgefonds werden 23 Banker suspendiert. Der Schaden kostet die Bank insgesamt 5 Mrd. CHF, was zu grösseren Kurseinbussen führte.

Der Stellenvermittler Adecco akquiriert für 2 Mrd. Euro die belgische Firma Akka Technologies.

Das Biotech-Unternehmen Idorsia emittiert eine Wandelanleihe über 600 Millionen Franken. Der Zinscoupon beträgt hier 2.125 Prozent.

Aussichten

Tiefe Zinsen und erfreulich sprudelnde Halbjahresergebnisse führten zu neuen Rekorden an den Aktienbörsen. Die Erholung fand insbesondere in den Bereichen Technologie und Pharma statt. In Zukunft herrscht immer noch Angst von weiteren Corona-Mutationen. Der Druck zur Impfpflicht nimmt überall zu. Rohstoffe werden teurer, was bereits zu Zinsängsten führte. Die Notenbanken stecken immer noch in der Tiefzinsfalle fest. Die Juli-Überschwemmungen dürften die Versicherungen stark belasten, geschätzte CHF 650 Mio. in der Schweiz, sowie mehrere Milliarden EUR in Deutschland, Österreich, Belgien usw.