7-Tage-Inzidenz im Region liegt schon oberhalb jener 1.000er-Marke

BEZIRK VÖCKLABRUCK. Die Infektionen schnellen in die Höhe, die 7-Tage-Inzidenz hat die 1.000er-Marke überschritten. Seit wenigen Tagen werden im Bezirk Ausreisekontrollen durchgeführt.

„Schon vor den Herbstferien war eine Zunahme an der Dynamik spürbar, und zwar in Kombination mit privaten Feiern und Hochzeiten“, erklärt Bezirkshauptmann Johannes Beer. Das habe in der Ferienzeit dann dazu geführt, dass sich die Corona-Fälle in den Familien fortgesetzt und verbreitet hätten.

Nachlässigkeit schleicht sich ein

Auch die Hygienemaßnahmen seien nicht mehr so streng eingehalten worden. „Gleiches schildern auch die anderen Bezirke in Oberösterreich“, weiß Beer. Natürlich trugen auch kleinere Fallhäufungen, wie etwa durch Veranstaltungen, Märkte oder auch eine konstituierende Gemeinderatssitzung zu einer Zunahme an Corona-Fällen im Bezirk bei. „Die Gefahr ist, dass sich bei Menschenansammlungen eine gewisse Nachlässigkeit einschleicht“, vermutet Beer. Auch sogenannte Impfdurchbrüche und die Zeitspanne für Auffrischungsimpfungen seien wiederum neue Erkenntnisse für die Wissenschafter.

Der Bezirkshauptmann rät, bei Menschenansammlungen – auch im Freien – wieder Mund-Nasen-Schutz zu tragen und Vorsichtsmaßnahmen wie Abstand und Händehygiene wieder einzuhalten. „Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden“, appelliert er an die Eigenverantwortung.

Stichprobenartige Ausreisekontrollen

Seit wenigen Tagen gibt es im Bezirk Vöcklabruck auch Ausreisekontrollen. Mit der Exekutive wurde ein entsprechendes System ausgearbeitet. Fünf Außenstreifen, also zehn Beamte, sind für die Ausreisekontrollen im Einsatz. Bis auf Weiteres ohne Unterstützung des Bundesheeres. 14 Ausfahrtsstraßen werden flexibel und stichprobenartig kontrolliert. „Auch Schleichwege können von uns besetzt sein“, warnt Hermann Krenn, stellvertretender Bezirkspolizei-Kommandant: „Jeder hat also eine gute Chance, kontrolliert zu werden.“

Weil mittlerweile die 2,5G-Regel am Arbeitsplatz gilt und auch für alle Nachbarbezirke in Oberösterreich bereits der Erlass für Hochrisikogebiete in Kraft ist, haben die Ausreisekontrollen im Bezirk Vöcklabruck für Krenn eher einen symbolischen Wert: Wer keinen gültigen 3G-Nachweis vorlegen kann, wird zur nächsten Apotheke oder wieder zurückgeschickt. Auch Führerschein-, Fahrzeug- oder Alkoholkontrollen können – je nach Anlassfall – bei der Anhaltung durchgeführt werden. „Unsere Beamten sind dafür ausgebildet, ihre Aufgaben umfassend wahrzunehmen“, so Krenn.

In den ersten beiden Tagen der Ausreisekontrollen wurden im Bezirk jedenfalls 1.732 Kfz-Kontrollen und 2.199 Personen-Kontrollen durchgeführt. 103 Personen mussten zurückgewiesen werden. Es gab zwei Anzeigen an die Bezirkshauptmannschaft. „Das betrifft dann aber vorwiegend Personen, die es auf Provokation oder eine Berufung anlegen“, vermutet Krenn.

Miteinander statt gegeneinander

Das Land OÖ arbeitet an der Erweiterung der Teststraßen. Der Bezirk Vöcklabruck ist auch beim Pilotprojekt PCR-Gurgeltests mit dabei. „Seit zwei Wochen merkt man eine stark erhöhte Impfbereitschaft“, freut sich Bezirkshauptmann Beer: „Jeder muss sich überlegen, was er für seine Gesundheit und für seine Angehörigen tun will.“ Ausblick auf den Advent will Beer noch nicht geben: „Wir bemühen uns, so viele Veranstaltungen wie möglich zuzulassen, aber unsere Kapazitäten als Gesundheitsbehörde sind enden wollend.“ Er könne deshalb nicht gewährleisten, dass es zu keinen Einschränkungen kommen werde. Beer wünscht sich jedenfalls Einigkeit: „Wichtig ist, dass jeder seine eigene Verantwortung wahrnimmt. Wir müssen miteinander gegen das Virus kämpfen und nicht gegenseitig mit dem Finger auf den Geimpften oder Ungeimpften zeigen!“

 

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