3800 Ermittlungsverfahren in NRW: Justizminister zieht Kinderporno-Jahresabschluss | Regional

Düsseldorf – Er hat den perversen Kinderschändern im Internet den Kampf angesagt: Justizminister Peter Biesenbach (73, CDU).

Vor 15 Monaten hat Biesenbach die Task Force gegen Kinderpornografie bei der Kölner Zentralstelle Cybercrime (ZAC) ins Leben gerufen, am Mittwoch legte er ihre erste Bilanz vor.

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Und diese Zahlen können sich sehen lassen: So brachten die acht Staatsanwälte der Task Force um Leiter Markus Hartmann in dieser Zeit 3800 Ermittlungsverfahren gegen mehr als 4100 Beschuldigte auf den Weg. Grund für Biesenbach, die zunächst nur befristet eingesetzte Ermittler-Truppe jetzt als dauerhafte Einrichtung für NRW zu etablieren.

Biesenbach hatte die Task Force nach Bekanntwerden der Missbrauchskomplexe um Lügde, Münster und Bergisch Gladbach zum 1. Juli 2020 eingesetzt. „Damit ist es gelungen, Täter aus der Anonymität des Netzes zu ziehen und vor Gericht zu stellen“, so der Justizminister. Es handele sich um ein „großes gesellschaftliches Problem“ und eben nicht um eine „Nischen-Kriminalität“.

Rund 70 Prozent der Hinweise auf Missbrauch kommen aus den USA. Ein großes Problem ist für die Ermittler, dass die Zurückverfolgung von IP-Adressen nach aktuellem Recht nur für kurze Zeit möglich ist.

Anonyme und kostenlose Beratungsangebote

Sie haben den Verdacht, dass in Ihrem Umfeld ein Kind misshandelt oder missbraucht wird? Sie haben etwas gesehen, das Ihnen Sorgen bereitet? Dann können Sie sich (anonym) ans „Hilfetelefon Sexueller Missbrauch“ wenden: 0800 22 55 530.

Kinder und Jugendliche, die Missbrauch erlebt haben, bekommen montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter der „Nummer gegen Kummer“ 116 111 Unterstützung. Auf der Internetseite gibt es auch die Möglichkeit, mit den Beratern zu chatten.

Wer das Gefühl hat, pädophile Neigungen zu besitzen, findet Ansprechpartner beim Projekt „Kein Täter werden“ von der Berliner Charité. Auf der Website und unter 030 450 529 450 gibt es kostenlose Informationen. Es gilt die ärztliche Schweigepflicht.

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