3 Tipps zu Händen dies perfekte Match

Ganz egal, ob Dating-App oder Vermittlungsplattform – auch 2022 ist Online-Dating Trend. Verändert hat sich lediglich das Verhalten mancher Singles, und das vor allem seit der Corona-Pandemie. Der Psychologe Guido F. Gebauer beschreibt in seinem neu erschienen Buch „A Perfect Match?“, wie die Online-Partnersuche trotz mancher Hürde erfolgreich gestaltet werden kann. In einem Interview hat er uns mehr über die Dating-Trends 2022 erzählt, mit Vorurteilen gegenüber dem Online-Dating aufgeräumt und uns seine besten Tipps für das perfekte Match verraten.

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Psychologe Guido F. Gebauer im Interview

Der Trend geht wieder zu einem raschen, direkten Treffen nach dem ersten Online-Kennenlernen. Das war in den ersten zwei Jahren der Covid-Pandemie anders. Treffen wurden aufgeschoben und es wurde oft zu Video-Dates gegriffen, um die Zwischenzeit zu überbrücken. Außerdem gibt es beim Online-Dating drei widersprüchliche, aber jeweils zunehmende Haupttrends:

  1. Singles, denen durch die Covid-Pandemie die Bedeutung einer Beziehung in Krisenzeiten noch einmal bewusster wurde. Sie sind daher ganz auf die Partnerfindung ausgerichtet.
  2. Singles, die sehr aktiv sind, sich oft treffen, meistens aber unverbindlich bleiben. Das Ziel ist hier mehr das Dating an sich als der Beginn einer Partnerschaft. Dieses unverbindliche Dating-Verhalten erlebt derzeit wegen der abnehmenden Covid-Angst und dem Wegfall von Maßnahmen einen Aufschwung. Bei manchen geht es wohl auch darum, etwas nachzuholen.
  3. Singles, die ernsthaft überlegen, dauerhaft alleine zu bleiben und das Online-Dating gar nicht erst zu beginnen oder aufzugeben. Der Wegfall gesellschaftlicher Zwänge zur Beziehung und die Bewältigung der Covid-Krise ohne Beziehung lassen diese Personen die Vorteile des Single-Daseins stärker wertschätzen.

Es gibt aber auch noch weitere, kleinere Trends, beispielsweise die Suche nach sexuell offenen oder polyamorösen Beziehungen mit mehr als zwei Personen. Je nach Plattform sind 5 bis 10 % der Teilnehmenden mittlerweile in dieser Richtung aktiv, was bei weitem mehr ist als noch vor wenigen Jahren.

Warum haben viele Menschen Vorurteile dem Online-Dating gegenüber?

Nach wissenschaftlichen Studien haben die Vorurteile tatsächlich abgenommen. Trotzdem gibt es nach wie vor zum Beispiel die Annahme, beim Online-Dating seien vorwiegend Personen, die sonst keine Chancen hätten, oder auch die Vermutung, dass die Teilnehmenden beim Online-Dating nur Sex, aber keine richtige Beziehung suchen würden. Manche befürchten auch, dass Online geschlossene Beziehungen nicht dauerhaft halten. Andere haben berechtige Sorgen wegen sogenannten Love-Scammern oder Liebesbetrügern. Die meisten diese Annahmen sind tatsächlich falsch, oder aber sie beschreiben echte Gefahren, vor denen sich die Teilnehmenden aber schützen können oder die auch außerhalb des Internets in ähnlicher Form auftreten können.

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Was muss man tun, um beim Online-Dating das perfekte Match zu finden?

Der wichtigste Ratschlag lautet, Partnersuche nicht als eine Bewerbung anzusehen, wo sich die Betreffenden so positiv wie möglich darstellen sollen. Schließlich wollen sich die Betreffenden in der Realität begegnen. Finden solche Begegnungen unter falschen Voraussetzungen statt, sind Enttäuschungen vorprogrammiert. Es gilt daher der unbedingte Rat zur Ehrlichkeit in allen Bereichen – von den Fotos bis zu Alter, Körpergröße, Beziehungsmodellen und Charaktermerkmalen.

Außerdem sollte man sich für die Partnersuche Zeit nehmen und nicht vorschnell aufgeben. Eine Partnerschaft soll lange, im besten Fall lebenslang halten. Während aber für die berufliche Karriere viele bereit sind, viel Zeit für Ausbildung und Vorbereitung zu investieren, erwarten nicht wenige bei der Online-Partnersuche einen schnellen Erfolg, den es jedoch meistens nicht gibt. Ist eine Beziehung gefunden, wird die Länge der Suchzeit im Nachhinein unwichtig.

Tauschen Sie sich bereits online intensiv über die eigenen Lebens- und Beziehungsvorstellungen aus und sprechen Sie dabei auch mögliche heiße Eisen, wie zum Beispiel sexuelle Treue offen an, sodass keine Missverständnisse entstehen. Für die letztliche Beziehungsentscheidung gilt, dass eine perfekte Passung in allen Merkmalen nicht notwendig ist. Die großen Linien der Beziehungs- und Lebensvorstellungen sollten jedoch harmonisieren.