3 mit Sex  – «Meine Freundin hat mit meinem Crush geschlafen!»

Publiziert22. Oktober 2021, 16:19

Karen ist eine Freundin von Ella. Nein, war eine Freundin von Ella. Jetzt, wo sie mit Fritz Sex hatte, kann sie abfahren.

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Ella ist wütend und enttäuscht: Ihre Freundin Karen hat mit «ihrem» Fritz geschlafen.

Illu: Anna DeérElla

Sie ist Single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.

Illu: Anna DeérEr ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.Bruce

Er ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Bruce wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Er datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.

Illu: Anna Deér

  • Ellas Freundin Karen hat mit Ellas Forever Love Fritz geschlafen – und das auf dem Sofa ihrer BFF Juno.

  • Es geschah, als Ella in den Bergen war und Juno und Karen mit Fritz in Junos Wohnzimmer feierten.

  • Während Fritz Ella den Fling gesteht, schweigen Karen und Juno wie ein Grab.

  • Ella ist traurig und fühlt sich von ihren Freundinnen hintergangen.

Karen und ich sind beide Junos BFFs. Deshalb ist Karen auch meine Freundin. Wir reden über alles, von gestörter Beziehung zum Vater (ich) über Büroaffären (Juno) bis Schamlippenoperation (Karen). Ja, Karen hat sich sogenanntes «überschüssiges Gewebe» entfernen und die inneren Labien verkleinern lassen oder «neu modellieren», wie das in den Broschüren so schön heisst. Wir haben ihr vorher tausendfach gesagt, dass das vollkommen unnötig sei, dass das vollkommen normale Labien seien, wie es tausend andere gäbe – aber no chance. Karen meinte, sie fände es unschön, wie gross ihre inneren Schamlippen geworden seien, und sie wolle da und dort bisschen was wegschnipseln lassen, sie wolle sich hübsch finden im Spiegel und sich beim Sex entspannen und da hätte niemand was dazu zu sagen. Womit sie ja irgendwie auch wieder recht hat.

«Als es passierte, war ich ein paar Tage in den Bergen»

Karen hat Sex, mit wem sie will, manchmal erinnert sie sich am nächsten Tag nicht mal mehr richtig daran. Sex ist Karen sehr wichtig – und gleichzeitig bedeutungslos. Der richtige Mann, die richtige Situation, darauf gibt sie nichts. Da ein Blowjob in einem Treppenhaus, da ein Nümmerchen in der Toilette eines Clubs oder nachts auf einem verlassenen Spielplatz. Ich wollte das nie judgen, soll sie v****n, mit wem sie will. Bis sie neulich eine Grenze überschritten hat. Sie hat mit Fritz geschlafen! Ich heule mir die Augen aus dem Kopf. Mit meinem Fritz. Von dem sie wusste, dass ich ihn liebe, verehre – wie ein kleiner Junge seine Kindergartenlehrerin, bloss einfach viel länger.

Der One-Night-Stand auf Junos Sofa ist schon eine Weile her, aber noch heute fällt es mir schwer, darüber zu sprechen. Als es passierte, war ich ein paar Tage in den Bergen und deswegen nicht dabei, als Juno und Karen in Junos Wohnzimmer eskalierten. Mit Lachgas-Ballons und Negronis, ihr kennt das. Und irgendwann auch mit Fritz.

«Juno und Karen haben die ganzen drei Wochen geschwiegen»

Ich lag ahnungslos schlafend in meinem Bett im Chalet meines Onkels, als Fritz zu den beiden Frauen – und später in Karen stiess. Ich habe es drei Wochen später erfahren, als ich mit Fritz über einen Flohmarkt schlenderte. Fritz weiss wahrscheinlich nicht, wie abartig ich ihn liebe, immer noch, übrigens, aber dass ich es nicht läss finden würde, dass er mit Karen gef***t hat, war ihm schon bewusst. Er hat ein bisschen zerknirscht geschaut und gemeint, der Alkohol sei schuld gewesen, die Ausgelassenheit und seine Dummheit natürlich. Dass das mit Karen nichts bedeutet habe, dass es nur Sex gewesen sei, «nicht mal sehr guter übrigens». Und dann sagte er noch einen Satz, von dem ich bis heute nicht weiss, wie ich ihn deuten soll. Halb macht er mich hässig, halb lässt er mich schmelzen: «Wenn ich je eine Beziehung will, Ella, dann mit dir.» Juno und Karen ihrerseits haben die ganzen drei Wochen geschwiegen.

Nach dem Treffen mit Fritz bin ich heim. Bruce und Lars waren nicht da. Und bei Juno trösten lassen ging nicht. Ich fühlte mich verraten, von allen. In unseren Freundinnenchat schrieb ich:

«Ich habe Fritz getroffen und ich weiss jetzt, was vor drei Wochen auf Junos Couch passiert ist. Ich bin so sauer und enttäuscht von euch, kein Wort habt ihr gesagt. Ich werde morgen nicht mit euch ins El Paso kommen. So long, Ella.»

Dann liess ich den Tränen freien Lauf. Juno rief an. Und Karen. Ich hab sie beide weggedrückt. Beide haben Sprachnachrichten geschickt. Ich hasse Sprachnachrichten. Mit bedauernder Stimme wiederholten sie drölfzig Mal, wie sehr es ihnen leidtue. Juno meinte, sie hätte noch versucht, Karen und Fritz davon abzubringen, aber die beiden seien so ein lallendes Knäuel gewesen aus Händen und Zungen, da sei sie irgendwann in ihr Zimmer ins Bett und hätte die Tür hinter sich geschlossen, um das offenbar Unvermeidliche nicht mitzukriegen. Karen sagte: «Ich weiss, ich bin ein Arsch, Ella. Du hasst mich zurecht. Es war so daneben von mir. Das mit Fritz hat nichts bedeutet, es hätte irgendwer sein können. Aber es gibt keine Entschuldigung, ich war ein Arsch und feige dazu. Ich habe mich nicht getraut, es dir zu sagen. Es tut mir unendlich leid.»

«Mit Juno und Fritz bin ich wieder im Reinen»

Das Ganze liegt Monate zurück. Dass ich Juno (und Fritz) nicht verlieren wollte, war mir augenblicklich klar. Ein Leben ohne Freundschaften ist wie Brot ohne Mehl. Deshalb – und wohl auch, weil ich eine erstklassige Verdrängerin bin – bin ich mit Juno und Fritz wieder im Reinen. Mit Karen hab ich kaum noch Kontakt. Wenn ich sie sehe, wechseln wir ein paar Worte. Auf mehr hab ich keinen Bock.

P. S.: Denke ich aktiv an das Ganze zurück, spüre ich immer noch Wut und Enttäuschung – auf alle drei. Dabei wär Verzeihen doch viel edler. Was denkt ihr? Bitte Tipps und Mutmacher-Erlebnisse an onelove@20minuten.ch

Ohlala! Hast du Lust auf mehr Abenteuer von Ella, Bruce und Lars?

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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